Wien - Die Geschichte ist filmreif, ohne Zweifel: Der Diebstahl der "Saliera" aus dem Kunsthistorischen Museum (KHM) in Wien, die mehr als zweieinhalbjährigen Versuche von Polizei, Museum und Versicherung, sie wieder zu bekommen - und nun der Knalleffekt bei der Aufdeckung des Falls. Die "krimireife Schnitzeljagd", wie die "Welt" schrieb, könnte möglicherweise schon bald auf der Leinwand zu sehen sein oder in Buchform erscheinen - aber nur, wenn der mutmaßliche Dieb des wertvollen Salzfasses, Robert M., damit einverstanden ist.

"Die Verfilmung oder literarische Verwertung des Diebstahls geht nicht ohne Herrn M.", teilten Juristen mit. Dabei kommen Persönlichkeitsschutz bzw. das Allgemeine Persönlichkeitsrecht zum Tragen. So lange M. nicht verurteilt ist, darf er nicht als "Saliera"-Dieb bezeichnet werden, und sobald er seine Strafe abgesessen hat, ebenfalls nicht mehr. Das heißt, dass der 50-Jährige selbst bei einer eventuellen Verurteilung nur während einer gewissen Zeitspanne als Dieb tituliert werden dürfte, wie der Persönlichkeitsschutz vorsieht.

Persönlichkeitsrecht

Gleichzeitig sieht das Allgemeine Persönlichkeitsrecht vor, dass eine persönliche Geschichte nicht von einem anderen Menschen verwendet werden darf, wenn die betroffene Person es nicht erlaubt. Kommt etwa der Begriff "Saliera" im Zusammenhang mit einer Diebes-Story in einem Film oder einem Buch vor, müsste M. sein Einverständnis geben, da die Konnotation "wahrscheinlich noch die nächsten 50 Jahre" vorhanden sei, hieß es. Zudem müssten bei Erwähnen der "Saliera" auch die Persönlichkeitsrechte von KHM-Direktor Wilfried Seipel beachtet werden. Eine Verunglimpfung des Museums könne auch der Integrität seiner Person schaden, so die Juristen.

Um die Geschichte von Robert M. und dem Diebstahl der "Saliera" zu verwerten, werden also das Einverständnis des Anwalts und seines Mandaten benötigt. Von diesen können die jeweiligen Rechte auch käuflich erworben werden. Um solchen Problemen aus dem Weg zu gehen, bietet sich eine Verfremdung des Stoffes an, wie das Drehbuchforum Wien erläutert. Und auch die Rechtsexperten bestätigen: "Wenn ich einen Krimi oder eine Farce mache, nehme ich halt eine Pfeffermühle anstatt eines Salzfasses - dann ist das kein Problem." Laut Medienberichten könnten Spekulationen über einen Roman aber ohnehin hinfällig werden - demnach plant M. selbst bereits ein Buch über den Coup. (APA)