Wien - In der so genannten Visa-Affäre wird am Mittwoch im Wiener Straflandesgericht der erste Prozess eröffnet. Wegen Missbrauch der Amtsgewalt muss sich der ehemalige österreichische Konsul in der nigerianischen Metropole Lagos vor einem Schöffensenat verantworten. Er soll hunderten Nigerianern mit fingierten Einladungsschreiben heimischer Firmen falsche Visa verschafft haben. Die Verhandlung ist auf zwei Tage anberaumt.

Eine Untersuchungskommission des Außenministeriums hatte bereits 2004 das Treiben des 62-jährigen Diplomaten aufgedeckt. Er wurde vom Dienst suspendiert und ist mittlerweile pensioniert. Schon an seiner früheren Dienststelle in Kiew soll es dem Vernehmen nach zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein.(APA)