Graz - "Bettengarantie für alle Inländer in Graz, aber ausländische Obdachlose müssen frieren." Der Alarm von Armen-Pfarrer Wolfgang Pucher hatte umgehend Erfolg: Seitens der Politik organisierte man am Mittwoch eine Unterkunft in einer leer stehenden Schule, Matratzen und warmes Essen. Das Rote Kreuz stellte 25 Notbetten zur Verfügung.

Pfarrer Pucher wollte gerade 16 frierende Roma aus ihrem Fahrzeug nahe der Sperrmüllsammelstelle holen, um ihnen zumindest den Keller des Vinzi-Hauses als Übernachtungsstätte anzubieten, als er am Mittwoch die Nachricht bekam: Der für Liegenschaften zuständige Stadtrat Wolfgang Riedler (S) hatte angeboten, als Soforthilfe für die Menschen für eine Notunterkunft zu sorgen. Tatsächlich konnte mit den Räumlichkeiten der zur Zeit leer stehenden Hauptschule in der Kronesgasse eine geeignete Unterkunft gefunden werden. "Sie steht leer, ist beheizt und sofort verfügbar", hieß es aus dem Büro des Stadtrats. Die Obdachlosen sollen vorübergehend während der Kälteperiode im Turnsaal der Schule untergebracht werden.

Auch andere Rathaus-Politiker bemühten sich nach dem Aufruf des Pfarrers um Hilfe: So organisierte Kulturstadtrat Werner Miedl (V) Matratzen und Polster und der Gemeinderatsclub der Grünen zusammen mit Sozialstadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl (S) wollen über die Sozial- und Zentralküche für ein warmes Essen täglich sorgen. Das Rote Kreuz halt mit 25 Notbetten aus. Auch Private würden nun vermehrt anrufen und ihre Hilfe anbieten, hieß es von der Vinzenz-Gemeinschaft.

Rund 250 Personen pro Nacht beherbergt die Vinzenzgemeinschaft in ihren Unterkünften in Graz. Bisher mussten an die 30 ausländische Obdachlose auf den Straßen übernachten, mit der neuen Unterkunft dürfte nun für jeden Platz sein, so die Pressesprecherin der Vinzenz-Gemeinschaft, Donja Noormofidi: "Wir freuen uns, dass Graz ab der kommenden Nacht 'obdachlosenfrei' sein wird". (APA)