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Foto: APA/Ronald Zak
Mauerbach - Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung sind im niederösterreichischen Mauerbach am Donnerstag jene vier Mädchen beigesetzt worden, die vor zweieinhalb Wochen von ihrem Vater getötet wurden. Auch der 50-Jährige, der sich nach der schrecklichen Tat selbst gerichtet hatte, fand im Familiengrab seine letzte Ruhestätte. Die Kinder wurden paarweise in Särgen bestattet.

Tochter gedachte Vater in Ansprache

"Ich will nur sagen, jeder soll wissen, wie sehr meine Mutter und ich meinen Vater geliebt haben und immer lieben werden", sagte die 21-jährige Tochter zu Beginn der Trauerfeierlichkeiten in einer Ansprache. Nachdem daraufhin der Titel "Who Wants To Live Forever" von Queen gespielt wurde, sprach der Pfarrer zu den rund 200 Anwesenden.

"Wir sind alle sehr betroffen, eigentlich müsste ich nichts mehr sagen. Die Welt zeigt, wie wir den Weg in dieser schweren Situation gehen müssen", so Pfarrer Josef Froschauer. Werte wie Nächstenliebe und Güte müssten nicht nur in diesem Moment weitergegeben werden, um Trauer zu verarbeiten. Sichtlich betroffen meinte der Geistliche über die Verstorbenen, dass sie nun den Frieden finden sollten, "den sie auf Erden nicht gefunden haben."

Unter den Trauergästen befanden sich neben Angehörigen und befreundeten Personen auch Bürgermeister Gottfried Jelinek. In der Aufbahrungshalle war der Witwe die psychische Belastung anzumerken. Das Rote Kreuz Niederösterreich war mit zwei Kriseninterventionsteams an Ort und Stelle, um Trauernden gegebenenfalls Beistand zu leisten. Motiv Existenzangst

Am 9. Jänner hat der 50-Jährige vier seiner fünf Töchter umgebracht und seine Frau (45) krankenhausreif geprügelt. Die verletzte Frau wurde am Montag aus dem Krankenhaus Tulln entlassen.

Die im Erdgeschoß des Hauses lebende 80-jährige Großmutter hatte von der Tat nichts mitbekommen, die älteste Tochter (21) fand die toten Geschwister. Auf der Sophienalpenstraße beging der Frühpensionist Selbstmord, als ihn die Polizei stoppte.

Den Ermittlungen zufolge dürfte das Tatmotiv große Existenzangst gewesen sein. Das Haus der Familie sollte versteigert werden. Eine Ersatzwohnung stand aber schon bereit. (APA)