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"Ich bleibe nach dem Training oft noch länger auf dem Platz und arbeite an meinen Schwächen, zum Beispiel im körperlichen Bereich"

Foto: APA/Schneider

Dubai/VAE - Jürgen Säumel scheint im österreichischen Fußball die Ausnahme zu sein, die die Regel bestätigt. Als einzigem Mitglied der Stammformation des bronzenen ÖFB-U19-Teams vom Juli 2003 gelang es dem Sturm-Graz-Kicker, zu einer fixen Größe eines Oberhaus-Klub zu reifen. Für seine Kollegen von damals blieb der große Durchbruch noch aus - sie reihten sich bisher in die lange Liste jener Jugend-Kicker ein, die trotz großen Talents den Sprung vom Nachwuchs in die Kampfmannschaft nicht geschafft haben.

Säumel besiegte diesen "Fluch" und avancierte im vergangenen Jahr sogar zum Sturm-Kapitän und A-Teamspieler, verzichtet aber dennoch auf Eigenlob. "Für mich war es ein großer Vorteil, dass es Sturm finanziell nicht gut gegangen ist. Dadurch habe ich meine Chance bekommen. Außerdem hatte ich immer Trainer, die auf mich gebaut haben", gab sich der 21-Jährige im ÖFB-Trainingscamp in Dubai am Persischen Golf bescheiden.

Sonderschichten

Den Stammplatz in den Sturm-Reihen erkämpfte sich der zweifache Teamspieler aber nicht nur auf Grund wirtschaftlicher Schwierigkeiten und wohlgesonnener Betreuer, sondern auch durch seine vorbildliche Einstellung. "Ich bleibe nach dem Training oft noch länger auf dem Platz und arbeite an meinen Schwächen, zum Beispiel im körperlichen Bereich", erklärte Säumel, der rund drei Mal pro Woche Zusatzschichten zu je 20 Minuten einlegt.

Gerade die physische Stärke der ÖFB-Nachwuchsteams gilt als Mitgrund für die Erfolge im Jugendbereich - und für den Rückfall wenige Jahre später, wenn die zuvor technisch besser ausgebildeten Kicker aus dem Ausland den körperlichen Rückstand aufgeholt haben. "Es stimmt schon, dass man im Nachwuchs körperlich und taktisch viel wettmachen kann", formulierte es Säumel diplomatisch, "aber ich glaube, dass wir fußballerisch schon aufgeholt haben."

Bester Beweis dafür seien seine Sturm-Klubkollegen - Bruder Gerald, Christoph Leitgeb oder Klaus Salmutter (so wie z.B. Thomas Prager und Roman Kienast ebenfalls Mitglieder der bronzenen U19-Mannschaft), der laut Säumel nach langer Verletzungspause wieder im Kommen ist.

Nun will der Steirer dafür sorgen, dass auch diese Talente in der Sturm-Elf Fuß fassen. Wie lange er selbst noch Bestandteil der "Blackies" sein wird, ist hingegen offen, denn immerhin hat Rapid bereits Interesse signalisiert. "Aber bei mir hat sich noch keiner gemeldet. Ich gehe davon aus, dass ich die Frühjahrssaison für Sturm spiele", sagte Säumel, der mit den Grazern einen bis 2008 gültigen Vertrag besitzt.(APA)

U19-EM 2003 - Semifinale:

 

  • Österreich - Portugal Endstand 3:6 nach Silver Goal (3:3,2:2). Vaduz, 3.800 (ausverkauft), SR Weiner (GER)

 

Torfolge: 1:0 (24.) Salmutter 2:0 (28.) Salmutter 2:1 (31.) Almeida (Elfer) 2:2 (38.) Organista 2:3 (54.) Paulo Sergio 3:3 (84.) Mössner 3:4 (99.) Pedro Pereira 3:5 (104.) Paulo Sergio (Elfer) 3:6 (106.) Pedro Pereira

Lassnig (41.) und Salmutter (71.) vergaben Elfmeter für Österreich

Gelb-Rot: Bolter (79./Foul) Gelbe Karten: Lassnig bzw. Miguel Angelo

Österreich: Robert Almer (Austria Amateure) - Mario Bolter (SW Bregenz), Thomas Lechner (GAK Amateure), Martin Lassnig (LASK), Jürgen Rauchbauer (Austria Amateure) - Rene Schicker (SV Salzburg), Thomas Prager (SC Heerenveen), Pascal Velek (SC InterWetten.com/62. Ernst Öbster/SV Salzburg), Jürgen Säumel (Sturm Graz/82. Salmin Cehajic/InterWetten.com) - Klaus Salmutter (Sturm Graz/75. Lukas Mössner/SC Freiburg), Roman Kienast (SK Rapid)

Portugal: Paulo Ribeiro - Amoreirinha, Miguel Angelo, Joao Pedro (74. Joao Pereira) - Rodrigo Angelo (68. Flavio Igor), Organista, Daniel, Helio Pinto - Almeida, Paulo Sergio, Oliveira (91. Pedro Pereira)