Dubai - Was schon mit Rapid funktioniert hat, soll nun auch im österreichischen Fußball-Nationalteam zum Erfolg führen: Teamchef Josef Hickersberger verzichtet auf Autoritätsgehabe und fordert seine Kicker stattdessen auf, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. "Ich will nicht Befehlsempfänger haben, die keine Eigeninitiative entwickeln, sondern mündige Spieler", sagte der 57-Jährige im Trainingslager in Dubai.

Um dieses Vorhaben voranzutreiben, bat "Hicke" seine Schützlinge am Donnerstag zu einem intensiven Meinungsaustausch. Ziel des Gesprächs war es, Richtlinien für eine optimale Vorbereitung auf die EURO 2008 aufzustellen. In diesem Zusammenhang verlangte der Niederösterreicher einen Input von seinen Teamkickern, stellte aber auch selbst Regeln auf. "Das Wichtigste ist der gegenseitige Respekt. Ich will nicht, dass Spieler übereinander in der Öffentlichkeit, sondern mehr miteinander reden", meinte Hickersberger.

Daher soll künftig weniger via Mobiltelefone geplaudert werden. "Es kann nicht sein, dass während einer Besprechung oder während eines Mannschaftsessen das Handy läutet. So wichtig wie die Nahrungsaufnahme kann gar kein Gespräch sein", erklärte der Teamchef, der seinen Spielern in punkto Zapfenstreich mehr Freiheiten einräumt: Jeder müsse selbst wissen, wie er sich vor einem Länderspiel vorbereitet, so der frühere Rapid-Meistermacher.

In Hinblick auf die Vorbereitung zur kommenden Frühjahrssaison stieg Hickersberger am Donnerstag etwas auf die Bremse. Am Vormittag stand nur eine leichte Regenerationseinheit auf dem Programm, auch um angeschlagene Spieler wie u.a. Roland Linz, Jürgen Säumel oder Markus Katzer zu schonen. Erst am Nachmittag ging es wieder etwas härter zur Sache. Die letzte Einheit im Rahmen des Camps steigt am Freitag Vormittag. Der Nachmittag steht den Teamkickern zur freien Verfügung, am Samstag Vormittag treten Ivanschitz und Co. den Heimflug an. (APA)