Groß war der Andrang beim Unitrain-Praktikumsworkshop an der Hauptuni.

Foto: derStandard.at/Türk

Iris Radauer vom Career Center der Universität Wien gab den Studierenden gute Ratschläge, wie sie das passende Praktikum für sich finden.

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"Wie finde ich das passende Praktikum?" - dieser Frage ging ein Workshop des Career Centers der Universität Wien nach. Iris Radauer, Coach und Beraterin im Career Center der Universität Wien, präsentierte die Antworten. Ein übervoller Elise Richter Saal in der Hauptuni und der Ansturm auf Mailverteilerlisten nach der Veranstaltung zeugten von großem Interesse.

Chance für den Berufseinstieg

Praktika sind für viele Studierende und AbsolventInnen die Chance praktische Berufserfahrung zu sammeln, Kontakte aufzubauen und die berufliche Laufbahn in eine Richtung zu lenken. Im Inland oder auch im Ausland erworben, dienen sie als Referenzen für spätere Bewerbungen und können den Berufseinstieg erleichtern. Andererseits kann ein Praktikum auch Klarheit darüber verschaffen, ob die Wahl des Studiums die richtige war. Doch auch der Weg zum begehrten Praktikum will gelernt sein.

Beratung "könnte mehr genutzt werden"

Das Career Center der Universität Wien bietet Unterstützung bei der Jobsuche und bietet auch kostenlose Beratungsgespräche. "Das Angebot könnte besser von den Studierenden genutzt werden", bedauert Iris Radauer im Gespräch mit derStandard.at/Uni.

Die Entscheidung

Vor der Wahl seines Wunsch-Praktikums sollte man sich Gedanken über den Nutzen, die Motivation und das Ziel machen und die Dauer und mögliche Zeiteinteilung überlegen. Wichtig ist: Was sind meine Qualifikationen? Auch die Frage nach dem "Wo?" ist notwendig, denn ein großes Unternehmen kann zwar mehr Betreuungspersonal bieten und Erfahrungen mit PraktikantInnen haben, in einem kleineren kann hingegen der Aufgabenbereich größer sein.

Die Suche

Ist man als angehender Praktikant dann auf der Suche, ist Netzwerken angesagt: "Die Tipps über informelle Kontakte sind meist die interessanten", weiß Radauer. Doch auch über Aushänge in den Unis, Alumnis oder Berufs- und Interessensverbände kann der Weg führen. Praktikumsbörsen im Internet sind ebenfalls hilfreich.

Die Bewerbung

In der Bewerbungsphase ist Vorbereitung das Um und Auf. Unterlagen sollten nicht einfach blind an Unternehmen geschickt werden sondern an die zuständigen Personalvertretungen. Dafür ist oft ein telefonischer Erstkontakt nützlich. Kommt es dann zum Bewerbungsgespräch, sollte man über die Firma Bescheid wissen und auf Fragen vorbereitet sein.

Die Falle

Ist es dann soweit und der ersehnte Praktikumsplatz ist gefunden, ist nicht immer alles eitel Wonne: "Leider werden viele Praktikanten auch als billige Arbeitskräfte betrachtet", warnt Radauer vor eventuellen "Praktikumsfallen". Oft funktioniere der erhoffte Übergang vom Praktikum zur Fixanstellung nicht. Viele junge Menschen würden daher oft ein Praktikum nach dem anderen machen. Vor allem im Kulturbereich würden oft Vollzeitarbeitsplätze durch Praktikanten ersetzt, was eine Anstellung immer weniger wahrscheinlich mache. "Als Praktikant soll man ruhig das Recht auf anspruchsvolle Tätigkeiten selbstbewusst einfordern", rät Radauer, denn damit können unqualifizierte Aufgaben vermieden werden. Bei rechtlichen Fragen sollte man sich an die Arbeiterkammer wenden.