Warschau - Etwa 200 Menschen haben am Donnerstag vor dem Denkmal für die Kämpfer des Warschauer Ghettos der sechs Millionen Opfer des nationalsozialistischen Judenmordes gedacht. Am Vortag des Internationalen Holocaust-Gedenktages beteten sie den Kaddish, das traditionelle jüdische Totengebet, und das Gebet El Male Rahamim für die Opfer des Holocaust. Unter den Teilnehmern, die bei eisigen Temperaturen zu der Veranstaltung gekommen waren, waren viele ältere Menschen. Polnische Pfadfinder und Soldaten bildeten eine Ehrenwache.In einem von einer Mitarbeiterin der Präsidentenkanzlei verlesenen Grußwort rief der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski seine Landsleute auf, sich Hass und Antisemitismus entgegenzustellen. "Das Drama der Juden, deren Geschichte über Jahrhunderte mit der polnischen verbunden war, ist Polen besonders nahe", sagte Kaczynski. Er erinnerte an die Zerstörung der einst größten jüdischen Diaspora in Europa. Allein im Warschauer Ghetto wurden mehr als 300.000 Juden ermordet. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren zehn Prozent der polnischen Bevölkerung Juden. (APA/dpa)