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Johannes Rau
1931 - 2006

Foto: AP/Swarup
Berlin - Der ehemalige deutsche Bundespräsident Johannes Rau ist tot. Nach Angaben seines Berliner Büros starb der 75-Jährige Freitag früh gegen 08.30 Uhr an seinem Wohnsitz in Berlin. Rau hatte aus gesundheitlichen Gründen zuletzt mehrere öffentliche Auftritte absagen müssen. So konnte er nicht an einem Empfang teilnehmen, den Bundespräsident Horst Köhler zu Raus 75. Geburtstag am Montag vergangener Woche in Berlin gegeben hatte.

Herzoperation

Rau hatte sich im Sommer 2004 in Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen) einer Herzoperation unterziehen müssen und stand seither unter ärztlicher Beobachtung. Der gebürtige Wuppertaler hatte das höchste Staatsamt von 1999 bis 2004 inne; zuvor war der SPD-Politiker fast zwei Jahrzehnte lang Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. Schon im Juli 1992 war ihm wegen eines bösartigen Tumors die linke Niere entfernt worden. Nach seiner Wahl zum Staatsoberhaupt musste sich Rau zudem im Juli 2000 einer Operation an der Bauchschlagader unterziehen.

Rau war einer der führenden Politiker Deutschlands. Das Amt des Bundespräsidenten bekleidete er von 1999 bis 2004, Davor war der Sozialdemokrat 20 Jahre Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. Sein Motto hieß "Versöhnen statt Spalten". Der bibelfeste Politiker wurde deshalb auch "Bruder Johannes" genannt.

Nachfolger Köhler erinnert

Sein Nachfolger Köhler hatte aus Anlass des 75. Geburtstags Raus an die Ansprache seines Vorgängers vor der israelischen Knesset erinnert, in der Rau um Vergebung für die Verbrechen des Holocaust gebeten hatte. Rau sei einer der ältesten und besten Freunde Israels. Auch im deutsch-polnischen Verhältnis habe er viel bewirkt.

Rau profilierte sich als politischer Präsident. Nachdrücklich setzte er sich für das Zusammenleben von Deutschen und Ausländern ein. Als seine Richtlinie hatte er genannt: "Ich will der Bundespräsident aller Deutschen sein und der Ansprechpartner für alle Menschen, die ohne einen deutschen Pass bei uns leben und arbeiten." (APA/dpa)