Rom - In Italien wächst die Sorge über die zunehmende Anzahl von "Baby-Models" - unter 16-Jährige, die als Mannequins bei Schauen eingesetzt werden. "Wir müssen endlich Regeln einführen. Mädchen unter unter 18 sollten immer von mindestens einem Elternteil bei der Arbeit begleitet werden. Zudem sollten sich die Modelagenturen verpflichten, keine magersüchtigen Mädchen einzusetzen", sagte Alta Moda-Präsident Stefano Dominella.

Arbeit in Begleitung der Eltern

"Viele junge Models sind nur Haut und Knochen, es ist eine Schande", kritisierte Dominella. Sein Haus organisiert die am Samstag beginnende römische Modewoche Alta Moda. Mit Hilfe der angesehensten Modelagenturen des Landes will er im Parlament ein Gesetz zum Schutz der "Baby-Models" einbringen. Laut dem Vorhaben, das von ExpertInnen und vom Verband der Model-Unternehmen unterstützt wird, sollen Mannequins unter 18 nur in Begleitung von mindestens einem Elternteil arbeiten. Models aus Osteuropa dürfen nur mit einem Arbeitsvertrag in Italien einreisen.

Mangelnde soziale Absicherung

"Kleine Agenturen setzen immer jüngere Models ein, um die Preise niedrig zu halten. Die ganze Branche ist ungeregelt. Wenige Models verdienen enorm viel, andere werden ausgenutzt und erhalten keine finanzielle Unterstützung, wenn sie krank sind. Das soll sich jetzt mit einer strengeren Regelung ändern. Models sollen wie andere freiberufliche Arbeitnehmer eingestuft werden und dementsprechende soziale Absicherungen erhalten", erläuterte Gabriele Giopp. Manager der angesehenen Mailänder Modelagentur Elite.

Rechtsparteien wettern gegen Models aus dem Osten

Die Zahl der AusländerInnen, die in der italienischen Modebranche auf den Catwalks eingesetzt werden, wächst von Jahr zu Jahr. Bei den jüngsten Schauen in Mailand kamen 90 Prozent der Mannequins aus dem Ausland, vor allem aus Osteuropa. Das löste den Unmut einiger Rechtsparteien aus, die sich für Beschränkungen bei der Immigration einsetzen. Unter dem Vorwand der Mode seien zahlreiche Mädchen nach Italien eingeschleust worden und würden als Prostituierte ausgebeutet, hieß es.

In Italien floriert die Modelbranche seit Jahrzehnten. Jedes Unternehmen, das eine Schau in Mailand organisiert, gibt bis zu 300.000 Euro für seine Mannequins aus. Bei jeder Schau kommen 30 bis 50 Mädchen und Frauen zum Einsatz. Superjunger Nachwuchs wird bei den DesignerInnen immer beliebter. (APA)