Der britische Außenmnister Jack Straw am Randes des Weltwirtschaftsforums in Davos.

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Davos - Der britische Außenminister Jack Straw hat im Atomstreit mit dem Iran versöhnliche Töne angeschlagen. Der Westen setze auf Verhandlungen, die es auch dem Iran erlauben sollten, seine "nationale Würde" zu bewahren, sagte Straw am Samstag am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. "Wir müssen ein Verhandlungsergebnis erzielen, das es beiden Seiten erlaubt, mit erhobenem Kopf und nicht erniedrigt aus den Gesprächen zu kommen."

"Ungerecht behandelt"

Der Iran sei in der Vergangenheit vom Westen häufig ungerecht behandelt worden, insbesondere während der Schah-Zeit und während des Iran-Irak-Kriegs, sagte Straw weiter. In den Atom-Verhandlungen sei Teheran zwar ein harter Gegner, das diplomatische Ringen sei aber "der einzige Weg" aus der Krise.

"Russland spielt eine aktivere Rolle für eine Lösung (des Problems), auf die wir uns vielleicht stützen können", meinte Straw weiters. Russland hatte zur Lösung des Streits eine Anreicherung von iranischem Uran auf russischem Boden vorgeschlagen. Angereichertes Uran wird auch zum Bau von Atomwaffen benötigt.

"Attraktiver Vorschlag"

Auch der Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO bzw. IAEA), Mohammed ElBaradei, hatte in Davos von einem "attraktiven Vorschlag" gesprochen. Straw sagte, ElBaradei werde seine Gespräche mit dem Iran fortsetzen. In Russland, aber auch in China gebe es "eine wachsende Besorgnis" über das Verhalten des Iran. "Der Iran hat durch sein Verhalten das Vertrauen in seine Absichten untergraben", sagte der britische Außenminister.

Er könne die historischen Gründe für das Verhalten Teherans nachvollziehen und wisse, dass sich "das Land ohne Freunde fühlt", sagte Straw. Gleichzeitig müsse er aber feststellen, dass der Iran jetzt wieder einen Weg verfolge, der diese Situation noch verstärken könnte.

Flexibilität

Die EU-Vertreter hätten ein auch mit den USA abgestimmtes Angebot auf den Tisch gelegt und gezeigt, dass sie flexibel seien. "Wir wollten Verhandlungen, haben aber eine schroffe Ablehnung unserer Vorschläge bekommen." Er hoffe, dass es dennoch zu einer Lösung kommen werde, auch wenn die Beratungen mit dem Iran das Härteste seien, was man sich vorstellen könne, sagte Straw.

Zugleich kündigte Großbritanniens Außenminister für Montag ein Treffen des iranischen Chefunterhändlers Ali Larijani mit britischen Delegierten an. Am Donnerstag soll der IAEO-Gouverneursrat in Wien über den Atomstreit beraten. Großbritannien, Frankreich und Deutschland hatten das Treffen beantragt, bei dem über eine Anrufung des UNO-Sicherheitsrats entschieden werden soll. (APA/AFP/dpa)