Peking - Im politischen Streit um die Namen der beiden Riesenpandas, die als Geschenk von China nach Taiwan gehen sollen, hat Peking eingelenkt. In einer feierlichen Fernsehgala zum chinesischen Neujahrsfest waren beide zunächst "Tuan Tuan" und "Yuan Yuan" getauft worden, was zusammen übersetzt "Wiedervereinigung" heißt. Staatliche Medien berichteten jedoch am Sonntag, dies müsse nicht das letzte Wort sein. "Das Recht, den beiden Pandas formell einen Namen zu geben, liegt bei den Landsleuten in Taiwan selbst", meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Vor einigen hundert Millionen Fernsehzuschauern waren die Namen am Samstag gegen Mitternacht verkündet worden, als mehr als eine Milliarde Chinesen nach dem Mondkalender das Jahr des Hundes begrüßten. Die Wahl sei in einer Umfrage getroffen worden, an der sich 100 Millionen Menschen beteiligt hätten, berichtete Xinhua. Aus 70.000 Vorschlägen sei eine Liste mit zehn Namen erstellt worden, über die am Abend per Telefon, Internet oder SMS abgestimmt worden sei.

Politische Tricks

Wann die Pandas nach Taiwan gebracht werden können, ist völlig unklar. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig politischer Tricks. Die beiden Bären waren Taiwan im Mai anlässlich der historischen Besuche der taiwanesischen Oppositionsführer in Aussicht gestellt worden. Peking umwirbt die Opposition in Taiwan, um Präsident Chen Shui-Bian zu isolieren, der aus der Unabhängigkeitsbewegung stammt und eine harte Linie gegen Peking verfolgt.

Die Regierung in Taipeh beklagte eine "Politisierung der Panda-Frage" und eine "Verschwörung", um Taiwan zur Wiedervereinigung zu drängen. Anfang Januar hatte Chinas Forstverwaltung zwei Pandas aus dem Naturreservat Woolong in Südwestchina ausgewählt. Bevor die Tiere ins Zentrum der Politik gerieten, hörten das vier Monate alte Männchen sowie seine einen Monat jüngere "Geliebte" einfach nur auf "Kleiner Schatz" (Xiao Guaiguai) und "Kleines Mädchen" (Huangmao Yatou).

Die Regierung in Taipeh argumentierte zuletzt, die Vorschriften der internationalen Konvention über den Handel mit gefährdeten Tierarten müssten bei dem Geschenk befolgt werden. Dafür müsste Chinas Führung die Inselrepublik aber als "Importland" und damit als eigenständigen Staat anerkennen. Peking betrachtet Taiwan aber lediglich als abtrünnige Provinz. (APA/dpa)