Tel Aviv - Zwei Tage vor Beginn einer Räumungsaktion von Siedlungs-Außenposten im besetzten Westjordanland hat die israelische Polizei ein Zutrittsverbot für radikale Siedler erlassen. Israelische Medien meldeten, Polizisten hätten am Sonntag mehr als 20 Siedler im Westjordanland angewiesen, sich von dem Amona-Außenposten nördlich von Ramallah und dem palästinensischen Markt in Hebron fern zu halten. Beide sollen in dieser Woche geräumt werden. Auf dem Markt in Hebron haben Siedler mehrere palästinensische Gebäude besetzt, in Amona sollten neun Häuser zerstört werden.

An der Räumungsaktion von israelischer Armee und Polizei sollen Tausende von Sicherheitskräften beteiligt werden, es wird mit heftigem Widerstand der Siedler gerechnet. Der amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert hatte vor knapp zwei Wochen Verteidigungsminister Shaul Mofaz angewiesen, einen Plan für die Räumung israelischer Siedlungs-Außenposten im Westjordanland zu entwerfen. Er warnte angesichts schwerer Ausschreitungen radikaler Siedler in Hebron, dass Gesetzesverstöße der Siedler nicht toleriert würden. Israel sei bisher nicht energisch genug gegen gewalttätige Siedler vorgegangen.

Die Zahl der behördlich nicht genehmigten Siedler-"Außenposten" im Westjordanland wurde von der israelischen Friedensbewegung "Shalom Ahshav" (Peace now/Frieden jetzt) mit 145 angegeben. (APA)