Feldkirch/Wien - Verschoben oder abgesagt? Österreichs Beitrag zum 20. Jahrestag von Tschernobyl, ein Kongress vom 9. bis 12. März in Feldkirch, wird zum angekündigten Termin nicht stattfinden. Das mitveranstaltenden Lebensministerium bestätigte am Montag die Verschiebung durch Kongress-Präsident Edmund Lengfelder auf September. Grund für die Änderung sei die Unabkömmlichkeit der weißrussischen Referenten, da in Belorussland im März Wahlen stattfinden.

Im Büro Lengfelders hieß es: "keine Auskunft". Saalvermieter und Zimmervermittler vertrösten Kongress-Interessierte auf Anfang Februar. Hintergrund des Hin und Her: Lengfelder zog mediale Kritik auf sich, weil er als Mitorganisatoren Vereinigungen ausgesucht hatte, die von Schweizer Experten im rechts-sektiererischen Spektrum angesiedelt werden. Pröll-Ministerium und Landesregierung forderten Erklärungen.

Die Vereinigungen zogen sich aus der Organisation zurück, Zweifel blieben. Denn weder in Wien noch in Bregenz will man sagen, ob man beim verschobenen Kongress mitmachen will. Daniel Kapp, Sprecher von Minister Josef Pröll: "Wir wollten zum Jahrestag von Tschernobyl ein Signal setzen. Ob eine Beteiligung auch im Herbst sinnvoll ist, wird noch geprüft." Im Landhaus hat man "noch nicht darüber nachgedacht", sagt Jürgen Kessler, Sprecher von Landeshauptmann Herbert Sausgruber. (jub, DER STANDARD - Printausgabe, 31. Jänner 2006)