Zwei komplett mit SW-Mobiliar ausgestattete Zimmer sind in der Sonder-Ausstellung im Bezirksmuseum Josefstadt zu sehen.

Foto: Bezirksmuseum Josefstadt
Wien - Von 1954 bis 1969 führten Stadt Wien und Gewerkschaft ein Projekt im Zeichen der "Sozialen Wohnkultur (SW)" durch: Arbeitnehmer konnten damals schöne und praktische Möbelstücke zu günstigen Preisen erstehen. Spezielle Kredite mit moderaten Konditionen erleichterten den Ankauf. Das Bezirksmuseum Josefstadt erinnert nun bis 29. März mit einer Sonder-Ausstellung an diese Möbel-Aktion.

Gezeigt werden zwei komplett mit SW-Mobiliar ausgestattete Wohnzimmer. Die ausgestellten Möbel reichen von der Sitzbank und einem Couchtisch mit schwarzer Glasplatte bis zum Bücherregal. Auch der damals populäre "Musik-Schrank" und ein Rundfunkgerät sind in der Ausstellung vertreten, ebenso wie Porzellan oder Beispiele für die damalige Damenmode. Ergänzt wird die Schau durch eine Broschüre, die direkt im Bezirksmuseum Josefstadt zu beziehen ist.

Maßgeblich am Erfolg der SW-Möbelaktion war der "Österreichische Gewerkschaftsbund" (Gewerkschaft Bau-Holz) beteiligt. Seitens der Stadt Wien wurde für Finanzierungsmöglichkeiten gesorgt. Im Jahre 1954 präsentierte der damalige Bürgermeister von Wien, Franz Jonas, die Aktion der Öffentlichkeit. Zuweilen machten bis zu 26 Erzeugerfirmen beim Projekt mit. Bei rund 300 Händlern wurde das gefragte Mobiliar angeboten. Die Einstellung der Möblierungsinitiative erfolgte 1969. (red)