Wien - Essen vom Fließband heißt es künftig beim österreichischen Bundesheer. Verteidigungsminister Günther Platter (V) hat am Dienstag das neue Verpflegungsverfahren "Cook & Kill" - gemeint war Cook & Chill - vorgestellt. Das Grundkonzept des neuen Kochverfahrens ist, dass die Speisen kurz vor dem Garwerden gekühlt werden und so ihre Nährstoffe besser erhalten.

Start in Wien

Das neue Küchenkonzept ist ein Teil der Bundesheerreform und wird derzeit in Wien gestartet. In der zweiten Hälfte des Jahres soll der Versuch dann auch in der Steiermark beginnen. Geplant ist dann, dass aus den derzeit 94 Truppenküchen, einer Großküche in Wien und den 116 Ausgabestellen elf Großküchen, 13 Truppenküchen und 77 Ausgabestellen werden. Derzeit ist das Modell in Wien, wie Platter sagte, erfolgreich angelaufen. Als nächsten Schritt werde man sich anschauen, wie das in den Bundesländern umzusetzen sei.

Strichcodes

Der Unterschied zur bisherigen Verpflegung ist, dass die Speisen nicht mehr heiß transportiert werden, sondern vor dem Garwerden gekühlt und abgepackt werden und damit Nährstoffe und Vitamine erhalten bleiben. Die Zubereitung ähnelt etwas einer Fabrik, die Lebensmittel werden in großen Mengen gekocht und am Fließband verpackt. Die Packungen haben standardisierte Größen und sogar Strichcodes.

1,60 Euro

An der Ausgabestelle nach dem Aufwärmen - in der Heeressprache Regenerieren genannt - sieht das Ganze dann doch wie frisch gekochtes Essen aus, wie sich Journalisten bei der heutigen Vorführung überzeugen konnten. Der Speiseplan selbst ändert sich insofern, dass er künftig abwechslungsreicher wird. Die Soldaten können durch die so genannte Komponentenverpflegung aus bis zu fünf verschiedenen Hauptspeisen ihre Menüs selbst zusammenstellen. Dazu gibt es mehrere Beilagen und Salate zur Auswahl. Die Kosten pro Portion liegen bei 1,60 Euro, hieß es.

Kein Personalabbau

Dieses Verfahren sei keine Erfindung des Bundesheeres, sondern auch in Krankenhäusern oder Großbetrieben ein erprobtes Modell, erklärte Platter. Zu Personalabbau soll es im Zuge dieser Rationalisierung nicht kommen. Das System sei auch bei Katastrophen- und Grenzeinsätzen sowie bei Übungen umsetzbar. Dabei sollen die elf geplanten Großküchen alle Kasernen versorgen. Truppenküchen werden weiterhin traditionell kochen, dabei handelt es sich beispielsweise um Außenstellen, die an das Konzept aus logistischen Gründen nicht angeschlossen werden können. (APA)