Dublin - Europäische Arbeitnehmer, die nach Irland auswandern und dort eine Arbeitsstelle annehmen, haben im Gastgeberland Anspruch auf eine Kinderprämie von 1000 Euro. Und zwar auch dann, wenn sich die Kinder im Ursprungsland, also nicht in Irland, aufhalten.

Dies sagte eine Sprecherin der EU-Kommission, die erläuterte, dass es laut EU-Recht keine Unterschiede zwischen Iren und Einwanderern aus anderen europäischen Mitgliedsländern gebe. "Arbeitnehmer aus anderen EU-Staaten müssen genauso behandelt werden und haben gleiche Anspruchrechte", sagte die Sprecherin des EU-Sozialkommissars Vladimir Spidla.

Verankert im EU-Vertrag

Die Regelung für diese Unterstützung sei im EU-Vertrag verankert, wo es heißt, dass EU-Bürger, die in einem anderen EU-Mitgliedsland wohnhaft sind auch "den gleichen Bedingungen dieses Landes unterliegen und den gleichen Anspruch auf Unterstützungszahlungen haben". Diese Regulierung beziehe sich nur auf Leistungen für die soziale Sicherheit wie etwa Krankengeld, Karenz- oder Arbeitslosenunterstützung.

Iren sind dagegen

Heftige Kritik musste die irische Regierung von der Opposition einstecken, die durch diese zusätzlichen Kinderbeihilfen Mehrkosten von etwa 150 Mio. Euro erwartet. Eine Umfrage der Irish Times hatte ergeben, dass 78 Prozent der Bevölkerung gegen diese Unterstützungszahlungen an EU-Migranten sind. Seit der EU-Osterweiterung im Mai 2004 haben 160.000 Arbeiter, mehrheitlich aus Polen und den baltischen Staaten, um Arbeit in Irland angesucht. In den vergangenen fünf Monaten ist die Zahl auf 11.500 pro Monat angestiegen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.2.2006)