Wien - Die ÖGB-Frauen forderten am Mittwoch in einer Aussendung die sofortige Erhöhung des Karenzgeldes. Die derzeitige Höhe des Karenzgeldes von 5.598 Schilling monatlich könne keine Existenz sichern, noch dazu würden die Lebenshaltungskosten ständig steigen. "Viele Frauen werden auf diese Weise in finanzielle Abhängigkeit gedrängt", meinten die ÖGB-Frauen. Neue Sparmaßnahmen der Regierung ab Juni hätten eine "Belastungswelle", vor allem für Alleinerzieherinnen, zur Folge. Die Regierung betreibe ein "ständiges Verwirrspiel um Mehrkosten für ein Kinderbetreuungsgeld", wirklich engagierte Konzepte für eine Frauenpolitik würden jedoch völlig fehlen. Die ÖGB-Frauen erachten eine rasche Einführung eines einkommensabhängigen Karenzgeldes als notwendig. FPÖ-Generalsekretärin Theresia Zierler meinte in einer Aussendung, die Budgetlage lasse die Umsetzung "derart irrealer ÖGB-Forderungen" nicht zu. "Es wäre zwar schön, wenn man Geld mit dem Füllhorn ausschütten könnte, die Realität sieht aber anders aus." Hinsichtlich der Alleinerzieherinnen meinte Zierler, dass die Erhöhung der Karenzzeit und die Einführung des Kindergeldes auch diese Gruppe betreffe. Zu behaupten, dass die Regierung hier den Sparstift ansetze, sei ebenso "billige Polemik" der ÖGB-Frauen wie die Behauptung, dass engagierte Konzepte für die Frauenpolitik fehlen würden. Ursula Haubner (F), Oberösterreichs Frauenlandesrätin und Bundessprecherin der "initiative Freiheitliche Frauen" (iFF), kündigte an, dass das Kinderbetreuungsgeld ab 2001 für alle Frauen zugänglich sein und auf 6.250 S angehoben werde. Die ÖGB-Frauen scheinen nach wie vor im Dornröschenschlaf zu dämmern, meinte Haubner. Die Anrechnung der Karenzzeit als pensionsbegründende Kindererziehungszeit sei ebenfalls ein wichtiges Signal für eine Eigenständigkeit in der Pensionsvorsorge, so Haubner. Johannes Fenz, Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs (KFÖ), forderte "konkrete Schritte" zur Einführung des neuen Kinderbetreuungsgeldes anstelle "bloßer Debatten darüber." Das "plötzliche Rätselraten um die Mehrkosten" stifte extreme Verwirrung und sei "unfair" gegenüber jungen Familien und Eltern. Damit sich das Thema Familie nicht als "Wahlkampfschmäh" herausstelle, forderte Fenz die Regierungsverantwortlichen auf, "endlich Nägel mit Köpfen zu machen." (APA)