Der am Neuen Markt in Frankfurt notierte Wiener IT-Konzern Beko Holding AG will in Zukunft über die Informatik-Schiene wachsen. Über "Integrated Commerce", der neuen Geschäftsstrategie der Tochter Beko Ing. P. Kotauczek GmbH, soll künftig das Standardgeschäft Softwareentwicklung mit umfassenden Consultingleistungen verknüpft werden. Dabei kommt dem Faktor "Wissen" eine immer bedeutendere Rolle zu, um in der europäischen IT-Champions League mithalten zu können. Beko rechnet durch den Sprung zum Komplettanbieter mit jährlichen Wachstumsraten von 15 Prozent. "Mit unserem Angebot des Integrated Commerce treffen wir genau den Nerv der Kundenanfragen und stehen als Gesamtanbieter in der vordersten Reihe", sagte der Geschäftsführer der Beko Ing. P. Kotauczek GmbH, Paul Michal am Mittwochabend vor Journalisten in Wien. Michal ist dabei überzeugt, dass langfristige Kundenbeziehungen nur durch umfassende Lösungen mit höchster Planungs-, Entwicklungs- und Umsetzungsqualität gesichert werden können. Das Gesamtpaket, das ab sofort Beko-Kunden zur Verfügung gestellt wird, besteht aus Spezial-Segmenten, die die Bereiche E-Business, Projekt- und Geschäftsprozessmanagement sowie betriebswirtschaftliche Standardsoftware (mit Schwerpunkt SAP) umfassen. Das Leistungspaket unterscheide sich dabei wesentlich von den Angeboten der Konkurrenz, da es in der Lage ist, den Kunden Schnittstellen zu deren "alten" Systemen herzustellen. Für Beko ist die Schnittstellen-Problematik zu den "neuen Systemen" das Kernproblem innerhalb der IT-Branche, das es zu lösen gilt. Dabei starte man unter den gleichen Voraussetzungen wie die europäischen IT-Flaggschiffe debis Systemhaus oder Siemens. Um mit der starken Konkurrenz auch mithalten zu können, setzt Beko Informatik auf den Produktionsfaktor Wissen: "Durch die optimale Ausbildung unserer Mitarbeiter sind wir in der Lage, den entscheidenden Vorsprung im Wissens- und Umsetzungs-Know-How für die Kunden herauszuholen," so Michal. Für heuer erwartet sich Beko auf Grund der hohen Nachfrage und des neuen Angebots eine Umsatzsteigerung von 15 Prozent auf Basis "eines schon bisher hohen Niveaus." Allein in den letzten drei Jahren investierte Beko rund 140 Mill. S (10 Mill. Euro) in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter in der Beko Akademie. Dies sei mehr als das dreifache des Jahresumsatz der meisten österreichischen Softwarehäuser, rechnete Michal vor. Die hohen Investitionen haben zu einem besonders ertragreichen Return on Investment in Form eines Auftragswachstums geführt. In Zukunft werde man weiter an der Rekrutierung eigener Mitarbeiter via Beko Akademie weiter festhalten. Gegenwärtig beschäftigt Beko Ing. P. Kotauczek GmbH 840 Mitarbeiter. Die Tausender-Grenze soll in den kommenden Jahren erreicht werden.(APA)