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Foto: AP/THOMAS KIENZLE
Die EU-Kommission hat in Absprache mit den Mitgliedstaaten rasch auf die Verdachtsfälle in Griechenland reagiert. Es wurden mit sofortiger Wirkung Maßnahmen umgesetzt, die verhindern sollen, dass in der betroffenen Region um Thessaloniki und Pieria Wildvögel in Kontakt mit Geflügel kommen. So wurden Geflügeltransporte untersagt und besondere Hygienevorschriften für Landwirte und ihre Familien erlassen.

Labor-Untersuchungen

Während des Wochenendes werden im EU-Referenzlabor bei London weitere Untersuchungen vorgenommen, die klären sollen, ob es sich um die für Menschen gefährliche H5N1-Variante des Virus handelt. Der H5-Strang wurde in den drei toten Schwänen bereits festgestellt. Wie ein Kommissionssprecher am Freitag in Brüssel mitteilte, weist ein erster Untersuchungsbericht darauf hin, dass auch in Nordzypern Vögel mit dem H5N1-Virus angesteckt worden sind, die im Jänner tot aufgefunden worden waren. Es handle sich „um isolierte Fälle“. Die Quelle der Infektion habe jedoch nicht geklärt werden können, fügte er hinzu. Es wird angenommen, dass das Virus aus der Türkei kam, wo bereits vier Menschen starben.

Neue Fälle in Rumänien

Auch in Rumänien wurden neue Fälle von Vogelgrippe gemeldet. Im Dorf Cetate an der bulgarischen Grenze würden nun alle Hausvögel getötet, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Derzeit gibt es zwei bekannte H5N1-Herde in Rumänien, 24 weitere waren nach Massentötungen für beendet erklärt worden.

Stallpflicht

Der neue Krankheitsherd liegt 400 Kilometer westlich vom Donaudelta, wo zum ersten Mal in Rumänien die Vogelgrippe registriert worden war.

In Aserbaidschan, das zwischen Europa und Asien liegt, wurde erstmals das auch für den Menschen gefährliche Virus in Wildvögeln entdeckt. In Nigeria wurde ein Ausbruch der Seuche in größerem Ausmaß gemeldet. Angesichts dieser Meldungen haben sich die Niederlande als zweiter EU-Staat nach Deutschland entschlossen, ab 1. März eine Stallpflicht für Geflügel einzuführen. (DER STANDARD Printausgabe, 11./12.02.2006)