Mit einer europaweiten Inseratekampagne machen europäische Großverleger für die Freiheit der Werbung mobil. Die Kampagne wird vom European Publishers Council (EPC), in dem die Spitzen von 27 Mediengruppen Europas vereinigt sind, lanciert. Der Anlass: drohende Werbeverbote u.a. für Tabak und Alkohol in der Europäischen Union (EU) sowie in einzelnen Ländern. Nach dem Verbot der Tabakwerbung in der EU, das ab 2002 schrittweise erfolgen soll, seien weitere Bereiche von Werbeverboten bedroht, so EPC-Präsident Francisco Pinto Balsemao. Es gebe etwa Vorstöße zu Beschränkungen oder einem Verbot auch der Alkoholwerbung. Schweden wolle zudem während seines EU-Vorsitzes im ersten Halbjahr 2001 ein Verbot von Werbung, die sich an Kinder richtet, erreichen. Neue Beschränkungen würden auch auf nationaler Ebene vorgeschlagen. Gesprochen werde etwa von Werbebegrenzungen für Fett, Zucker oder schnelle Autos. "Angriffe auf die Presse" Angriffe auf die Werbung sind laut Balsemao aber "Angriffe auf die Presse": Werbung bezahle deren Kosten und sei daher finanzielle Basis für eine freie und pluralistische Presse. In den europäischen Printmedien machen laut EPC Werbegelder für Tabak und Alkohol rund 18 Prozent der Nettoeinnahmen aus; in den Magazinen allein sind es gar 40 Prozent. Werbeverbote gingen zudem davon aus, dass der Einzelne nicht fähig sei, selbst zu entscheiden, was gut für ihn sei. Werbung zwinge aber niemanden, etwas zu tun oder zu kaufen, was er nicht wolle, sagte John Hooper von der Branchenorganisation European Advertising Tripartite. "Niemand wird betrunken, weil er eine Bier-Anzeige sieht" "Niemand wird betrunken, weil er eine Bier-Anzeige sieht", heißt es daher etwa in den Inseraten, die ab Freitag in 17 Ländern und zwölf Sprachen erscheinen. Die dem EPC angeschlossenen Verleger stellen dafür während rund zwei Monaten in ihren Medien - Zeitungen, Internet, Radio und TV - Platz zur Verfügung. (APA/sda)