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Gorbach bekommt eine Gratis-Mautkarte und handelt sich damit Kritik ein. (Bild: Der Vizekanzler präsentiert einen Scheckkarten- führerschein)

foto: reuters/prammer
Wien - Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach bekommt für seinen Dienstwagen von der Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag ein Gratis-Mautkarte, wodurch das Befahren von zahlreichen Sondermautstrecken kostenlos wird. Diese Karte besitzen auch alle Asfinag-Mitarbeiter.

"Völlig normaler Vorgang"

Asfinag-Sprecher Marc Zimmermann versichert, dies sei ein "völlig normaler Vorgang", die Karte wurde auch schon den Vorgängern von Gorbach angeboten und ist lediglich für das Dienstauto gedacht. Die Privatperson Gorbach habe keine Gratiskarte erhalten und auch nicht darum angesucht, hielt die Asfinag fest.

Warum Gorbach erst jetzt eine Karte bekommt, erklärte Zimmermann damit, dass man erst zuletzt wieder an diese Möglichkeit gedacht habe. Die Karte soll diese Woche abgeschickt werden.

STANDARD-Bericht sorgt für heftige Reaktionen

DER STANDARD berichtet in der Mittwoch-Ausgabe davon, dass Gorbach um eine Mautbefreiung auf Teilstrecken angesucht habe, was für heftige politische Reaktionen sorgte. SP-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter sprach davon, dass Gorbach "alle Steuer-und Gebührenbezahler Österreichs verhöhnt". "Gorbach hat als Minister rund 60 Belastungsmaßnahmen gegenüber der österreichischen Bevölkerung mit zu verantworten, darunter die Verdoppelung des Vignettenpreises, sich selbst sieht er als eine Ausnahme, die nichts zu bezahlen hat", so Kräuter.

Die Verkehrssprecherin der Grünen, Gabriela Moser, sprach von einem "Privilegienstadl". "Statt endlich Verkehrspolitik für die von ihm viel beschworenen kleinen Leute - PendlerInnen - zu betreiben, konzentriert sich Gorbach auf persönliche Privilegien. Wollte er bereits mit Blaulicht Gäste zum Eishockey-Match führen, so erwirkte er nun eine gänzliche Mautbefreing bei der Asfinag", erklärte sie.

FPÖ kritisiert "Vignetten-Mann" Gorbach

Für FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl ist die Mautgebührenbefreiung für das Dienstauto von Gorbach "völlig inakzeptabel". "Ein Blaulicht für seinen Wagen will er, aber für die Autobahnvignette möchte er nichts zahlen", kritisierte Kickl in einer Aussendung am Mittwoch. "Offenbar hält er sich für einen Vignetten-Mann der ganz besonderen Art." Anstatt mit gutem Beispiel voranzugehen, entpuppe sich der Verkehrsminister als "dreister Privilegienritter". (APA/red)