Eva Glawischnig, Alexander Van der Bellen zu Besuch und Herta Wessely

Foto: Matthias Cremer
Wien - Im Schussfeld der Kritik finden sich einige geplante Wiener Volksgaragen. Der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen besuchte am Mittwoch die Aktivisten gegen eine Garage unter dem Bacherplatz. In der Inneren Stadt steht die von Bezirksvorsteherin Ursula Stenzels (V) initiierte Anrainer-Befragung zur Tiefgarage am Neuen Markt kurz vor dem Start. Und auch in Neubau sollen Anrainer über ein Garagenprojekt abstimmen.

Brennholz und Krapfen

Van der Bellen lieferte gemeinsam mit der Grünen Umweltsprecherin Eva Glawischnig Brennholz und Krapfen im Zeltlager der Bacherpark-Aktivisten ab, wo diese seit dem 9. Jänner kampieren. Unter dem Bild der vierarmigen, elefantenrüsseligen Hindu-Gottheit Ganesha im Hauptzelt der Protestierenden lauschten sie unter anderem den Klagen über gerodete Pappeln. Er sei nicht grundsätzlich gegen eine Garage, unterstrich Van der Bellen, "aber muss es ausgerechnet unter diesem Park sein?"

Die Zeit sei vorbei, in der Politik Entscheidungen über die Köpfe der Bürger hinweg treffe, betonte der Grüne Bundessprecher. Insofern sei die Bacherpark-Initiative durchaus "ein kleines Hainburg". Wegen eines bevorstehenden Mediationsverfahrens wurde der Baustart für das Projekt vom Bauherrn InvestConsult auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Parkbesetzer in Margareten harren dennoch weiter aus.

Befragung zu Neuem Markt

In der heißen Phase befindet sich auch die von Ursula Stenzel initiierte Befragung der bis zu 800 unmittelbaren Anrainer und Geschäftstreibenden am Neuen Markt. Man werde sich durch das "Störfeuer" der potenziellen Betreiber nicht irritieren lassen, die am Donnerstag erneut ihre Projekt der Öffentlichkeit vorstellen wollen. Auch wenn sie selbst eine klare Position gegen die Garage einnehme, würden die Fragen objektiv formuliert, versicherte Stenzel der APA.

Die Briefe sollen die Betroffenen Geschäftsleute und Anrainer Anfang kommender Woche erreichen. Eine Antwort mit beiliegendem Kuvert ist bis 3. März möglich. Neben einem Begleitschreiben Stenzels wird gefragt, ob die Neugestaltung des Platzes mit oder ohne Tiefgaragenbau erfolgen soll. Die Umgestaltung der "unästhetischen Abstellkammer" an der Oberfläche stehe dabei außer Frage, so eine Mitarbeiterin Stenzels.

Umfrage auch im 7. Bezirk

Ebenfalls eine klare Position gegen eine mögliche Tiefgarage in der Burggasse nimmt der Grüne Bezirksvorsteher von Neubau, Thomas Blimlinger ein. Auch er wird im März oder April eine Umfrage unter Anrainer in einem Radius von 300 bis 500 Metern um den angedachten Standort durchführen, was etwa 5.000 Menschen entspräche. "Was immer da herauskommt, das wird getan", versicherte Blimlinger ebenfalls. In der morgigen Bezirksvorstehungssitzung will der Grüne auch die anderen Fraktionen von seinem Vorhaben überzeugen. Rechtlich bindend sind diese Umfragen für die Stadt allerdings nicht. (APA)