Wien - Sie dürfte einer der Letzten, wenn nicht sogar die Letzte gewesen sein, die Gustav Klimt persönlich kannte: Hermine "Mini" Müller-Hofmann, 1902 als Tochter des Wiener Urologen Otto Zuckerkandl und dessen Ehefrau Amalie geboren. Mit Wilhelm Müller-Hofmann, Professor an der Kunstgewerbeschule, verheiratet, lebte sie in einer Wohnung im Augartenpalais, ehe sie wie die gesamte Familie Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns wurde. Während ihre Mutter, ihre Schwester Nora Stiasny, ihre Tante Amalie Redlich und mehrere andere Verwandte deportiert wurden und in der Shoah ums Leben kamen, konnte "Mini" Müller-Hofmann ihre beiden Söhne in Schweden bei der Verlegerdynastie Bonnier unterbringen und mit ihrem Ehemann während der Kriegsjahre in Bayern untertauchen. 1945 kehrte sie nach Wien zurück. Zu Beginn dieses Jahres erfuhr "Mini" Müller-Hofmann, dass ein Gemälde Klimts ( Apfelbaum II ), das ihr Bruder Viktor einst vom Meister erhalten und später der Schwester Nora Stiasny geschenkt hatte, seit 1961 im Eigentum der Österreichischen Galerie ist - als Schenkung von Klimts unehelichem Sohn Gustav Ucicky. Hermine Müller-Hofmann starb letzte Woche im 98. Lebensjahr. (hcz)