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Georg Pangl sieht die Zukunft der Bundesliga gefährdet.

Foto:APA/Haselmeier
Wien - Noch gehören die Schlagzeilen im Sport Olympia und Turin, doch der Fußball und die Fortsetzung der T-Mobile-Bundesliga sind nach der zehnwöchigen Winterpause nicht aufzuhalten. "Ich erwarte mir Spannung bis zum 13. Mai um etwa 20.30 Uhr. Erst dann soll der Titel fix vergeben sein", meinte am Donnerstag auf der traditionellen Startpressekonferenz Bundesliga-Vorstand Georg Pangl in Wien.

Die Rasenheizungen in Wien, Graz, Innsbruck und Linz sichern trotz der schlechten Witterungs- und Bodenverhältnisse die Austragung von vier der fünf Spiele zur 23. Runde am Wochenende. Der Fußball ist also wirklich nicht aufzuhalten. "Und er bewegt Menschen und weckt Emotionen", merkte Pangl an. Trotz aller Vorfreude ist nicht alles eitel Wonne in der heimischen Fußball-Szene.

Starke Auswirkungen des BKS-Urteils

Die Entscheidungen des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH) und des Bundeskommunikationssenats (BKS) in Sachen Fernseh-Berichterstattung bereiten allen Beteiligten Kopfzerbrechen. "Das gefährdet unsere Vereine in ihrem Fortbestand und wird sich auch auf das Nationalteam und die in 842 Tagen beginnende Heim-EM auswirken", gibt Pangl zu bedenken.

Die 20 Klubs der T-Mobile- und der Red-Zac-Ersten Liga seien Arbeitgeber für mehr als 1.000 fix angestellte Mitarbeiter wie Spieler, Trainer, Sekretärinnen, Platz-, Zeugwarte, etc., erwirtschafte pro Jahr einen Umsatz von 100 Mio. Euro, mobilisiere rund 2 Mio. Zuschauer und führe Abgaben an Finanzämter und Krankenkassen ab. "Außerdem ist der Fußball Vorbild für die Jugend, die so zum Sport animiert werden", so der Burgenländer.

Politik spricht von freiem Markt

In dieser Beziehung leiste der Fußball auch seinen Teil zur Volksgesundheit. "Dass das die Politik so wenig interessiert und überhaupt nicht reagiert wird, stimmt mich nachdenklich und macht mir Sorgen", sagte Pangl, nachdem die Bundesliga eine Anfrage an den Ministerrat gerichtet hatte. "Als Antwort haben wir bekommen, es bestehe kein Handlungsbedarf, es handle sich um einen freien Markt", erzählte Pangl.

Er hat seine Hoffnung noch nicht aufgegeben, fordert aber die Politiker auf, in der "Causa TV-Rechte" initiativ zu werden. Pangl machte kein Hehl daraus, dass durch das BKS-Urteil die Fernsehrechte an der Bundesliga, die derzeit der Abo-Sender Premiere und die private Anstalt ATVplus (als Zweit-Verwerter) bis 2007 besitzt, weniger wert geworden seien. ATVplus-Boss Franz Prenner dazu: "Die Politik tut alles, damit der öffentlich-rechtliche Sender die Nase vorne hat."

Die BKS-Entscheidung ermöglich auch dem ORF, aktuelle Bilder vom Fußball auszustrahlen. Georg Kofler, der Premiere-Chef, fordert von der Politik die Schaffung neuer Rahmenbedingungen, schlug aber gleichzeitig auch durchaus versöhnliche Töne an: "Wir sollten aufhören, einander gegenseitig zu verklagen und - unter dem Motto leben und leben lassen - zusammenfinden." (APA)