Brüssel - Die EU-Kommission trifft weitere Maßnahmen, um auf einen Ausbruch der Vogelgrippe auch unter den Geflügelbeständen in Europa vorbereit zu sein. Die Veterinärexperten der EU sollen am Donnerstag unter anderem "Pufferzonen" beschließen, die im Fall eines Ausbruchs auf einem Geflügelbetrieb rund um die Schutz- und die Beobachtungszone eingerichtet würden, um die echt gefährdeten von den wirklich freien Gebieten noch klarer abzugrenzen, sagte der Sprecher von Gesundheitskommissar Markos Kyprianou am Donnerstag in Brüssel.

Der Zweck ist, für Handelspartner in der EU und außerhalb klare Zonen abzugrenzen, in denen keine Gefahr von Vogelgrippe besteht. Über die Größe dieser Pufferzonen werden keine Angaben gemacht, das hängt laut Experten von natürlichen geographischen Barrieren ab sowie von anderen Kriterien wie möglichen Kontrollpunkten an Zufahrtsstraßen etc. In den Pufferzonen sollen noch Kontrollen für die Verbringung von Geflügel gelten, allerdings deutlich lockerere als in der Beobachtungszone.

Keine EU-weite Stallpflicht

Weitere als die im Oktober beschlossenen Maßnahmen, wonach die Mitgliedstaaten Risikogebiete in ihren Ländern definieren und dort entsprechende Aktionen setzen müssen, werden von den Experten der EU-Kommission nach wie vor nicht für sinnvoll erachtet. Für eine EU-weite Stallpflicht seien die Bedingungen zwischen den Kanarischen Inseln und Lappland zu unterschiedlich, hieß es.

Finanzielle Entschädigungen für Geflügelbauern sind in der EU zwar im Fall von Zwangsschlachtungen vorgesehen, nicht jedoch bei Preisverfall wie derzeit in Italien. Die Mitgliedstaaten könnten jedoch unter strengen Kriterien staatliche Hilfe anbieten, heißt es aus der Kommission. Bedingung für die Genehmigung sind ein Einbruch um mehr als 30 Prozent, in direktem Zusammenhang mit der Tierseuche und ein Verbot der Überkompensierung. Auf Drängen Italien und Griechenlands steht die Frage der Entschädigungen auch auf der Tagesordnung der Agrarminister bei ihrem Treffen kommenden Montag in Brüssel. Eine Marktentlasung könnte auch die am Mittwoch beschlossene leichte Aufstockung der Exporterstattungen für Geflügelfleisch bringen. (APA)