Die Deutsche Telekom wird sich nach den Worten von Vorstandschef Ron Sommer um eine der vier UMTS-Mobilfunklizenzen in Frankreich bewerben. Wie Sommer der Tageszeitung "Le Figaro" (Freitagausgabe) sagte, will er dabei nicht auf einen Partner vor Ort zurückgreifen. "Wir brauchen keinen lokalen Partner", sagte Sommer der Zeitung zufolge, wenngleich Paris angedeutet habe, heimische Telefongesellschaften zu bevorzugen. "Im heutigen Europa wäre es undenkbar, dass man Franzose sein müsste, um eine Lizenz zu bekommen", sagte Sommer. Der Telekom-Chef sprach sich für eine Versteigerung als fairste und transparenteste Lösung aus. Bei der dritten, erstmals weltweit einheitlichen Mobilfunkgeneration UMTS, die den gültigen GSM-Standard ablösen soll, geht es um die Zusammenführung von Mobilfunk und Internet. UMTS soll mobile Multimedia-Anwendungen wie Homebanking oder Videoübertragungen sowie einen schnelleren Zugang zum Internet ermöglichen. Auch in Deutschland bewirbt sich die Telekom um eine UMTS-Lizenz. In Spanien war der Bonner Konzern vor einigen Wochen leer ausgegangen. Sollte die vierte Lizenz an einen ausländischen Bieter gehen, wäre dies ein Beweis für die Unvoreingenommenheit der Regierung, erklärte Sommer weiter. Dank des Börsengangs ihrer Internettochter T-Online und des anstehenden Listings der Handy-Tochter T-Mobile im Herbst verfüge die Telekom über ausreichend finanzielle Mittel zum Erwerb einer UMTS-Lizenz. Zudem wolle sich die Telekom auf ihrer Hauptversammlung am kommenden Donnerstag in Köln von ihren Aktionären die Genehmigung zur Schaffung von 1,5 Mrd. neuen Aktien in den kommenden fünf Jahren einholen, die einen Wert von rund 100 Mrd. Euro (1.376 Mrd. S) darstellten, erneuerte Sommer frühere Aussagen. Sollte die Telekom eine Großfusion tätigen, würde dies auf Basis des bei DaimlerChrysler erprobten Modells getan werden - der Zukauf einer in etwa gleich großen Firma, die anschließend aber kontrolliert werde. "Diese verschiedenen Instrumente verleihen uns eine Menge Flexibilität und erlauben es uns theoretisch, jedes Unternehmen der Branche zu kaufen", sagte Sommer. Ähnlich hatte sich der Telekom-Chef bereits in der Vergangenheit geäußert. (APA/Reuters)