Der Kölner Handelskonzern Metro baut das Internetgeschäft zum fünften Geschäftsfeld aus und will damit in die europäische Spitze. Dazu habe der Konzern bereits die Holding Metro Online AG gegründet, sagte der Vorstandssprecher Hans-Joachim Körber am Dienstag in Düsseldorf. Sie solle die Internet-Aktivitäten der Vertriebslinien Großhandel (Metro, makro), Lebensmittel (extra, real), Elektronikmärkte/Baumarkt (MediaMarkt, Saturn, Praktiker) und Warenhäuser (Galeria Kaufhof) mit Fachwissen und Partnerschaften unterstützen. Zudem stünden 50 Mill. DM (25,6 Mill. Euro/352 Mill. S) für Beteiligungen an jungen Internet-Firmen bereit. Metro wolle nach ihrer starken Position im stationären Handel auch im elektronischen Handel ein führender europäischer Anbieter werden, betonte Körber. Mit den Plattformen GlobalNetXChange und Sparkice sei Metro strategische Allianzen zum Datentransfer innerhalb der Branche eingegangen. Für Mittelständler sollen spezifische Angebote folgen. Die Verbraucher würden vor allem über eigene Portale und das Kölner Internet-Unternehmen Primus Online - das seit kurzem mit dem an der EASDAQ notierten Wiener Internet-Firma Yline kooperiert - angesprochen, an dem die Metro 51 Prozent hält. Körber kündigte einen neuen deutschsprachigen Auftritt von MediaMarkt im Internet mit Unterhaltungskomponenten im Juni an. Künftig könnten Software, Musik und Videos heruntergeladen werden. Die Metro AG erwarte im laufenden Jahr ein Umsatzwachstum von etwa 7 Prozent. Während in Deutschland keine wesentliche Verbesserung der Konsumnachfrage zu erwarten sei, werde die Internationalisierung der Geschäfte weiteren Schub bringen. So plane die Großhandelssparte Cash&Carry 40 Neueröffnungen in diesem Jahr. Ziel sei vor allem der osteuropäische und asiatische Raum. MediaMarkt und Saturn öffnen den Angaben zufolge weitere 29 Fachmärkte in Europa. Die Metro AG plane in diesem Jahr Investitionen von insgesamt 2,8 Mrd. DM in die bestehenden Vertriebskonzepte, die Expansion und den elektronischen Handel. Der Firmensitz soll von Köln nach Düsseldorf verlegt werden. Im vergangenen Jahr war der Konzernumsatz um 6,6 Prozent auf 85,7 Mrd. DM gesunken. Bereinigt um Verkäufe und Übertragungen von Firmen wuchs der Konzernumsatz aber um 5,3 Prozent. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit kletterte um 19,2 Prozent auf 1,35 Mrd. DM. Wegen höherer Steuern lag der Konzernjahresüberschuss leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Während der Großhandel und die Elektronik-Fachmärkte Wachstumsträger waren, verbuchten die Baumärkte Umsatz- und Gewinnrückgänge. Ein neues Sortiment soll die Nachfrage beleben. Bei real gehe die Integration von Allkauf/Kriegbaum weiter. Metro erwartet durch den Wandel von Vorzugs- in Stammaktien größere Beachtung bei Anlegern. Der Konzern hat über 200.000 Mitarbeiter. (APA/dpa)