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Foto: apa/epa/Franco Silvi
Lucca - Die tschechische Buchhalterin Jana Tylova hat die ersten Weltmeisterschaften in dem Zahlenrätselspiel Sudoku gewonnen. Die 31-Jährige setzte sich bei dem zweitägigen Wettkampf im italienischen Lucca überraschend gegen 84 Konkurrenten aus 22 Ländern durch.

Diagonal-Sudoku, unregelmäßiges Sudoku und Summen-Sudoku

Auf dem Programm standen die verschiedenen Varianten des Zahlenpuzzles wie Diagonal-Sudoku, unregelmäßiges Sudoku und Summen-Sudoku. Nach der ersten Runde lag die nunmehrige Weltmeisterin nur auf Rang neun, am Ende dann aber verwies sie mit einem fehlerlosen Auftritt die beiden Favoriten - den Harvard-Studenten Thomas Snyder und den Google-Mitarbeiter Wei-Ha Huang - auf den zweiten und dritten Platz.

"Es gibt keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen, nicht einmal beim logischen Denken", sagte Tylova nach ihrem Sieg. Die Tschechin, die sich auch als Springreiterin betätigt, trainierte das Spiel vor den Weltmeisterschaften zwei Stunden täglich.

Sudoku: "Die Ziffer, die alleine steht"

Sudoku (japanisch: Su=Ziffer; Doku=einzeln, also etwa: "Die Ziffer, die alleine steht") heißt der populäre Denksport, auf den in diesen Wochen kaum eine europäische Zeitung verzichtet. An der Weltmeisterschaft nahm auch der Neuseeländer Wayne Gould teil, der als "Vater" des Sudoku gilt. Der Richter hatte das Puzzle auf einer Japanreise zufällig in einem Buch entdeckt. Sechs Jahre brauchte er, um eine Software zu entwickeln, die neue Sudokus per Knopfdruck entwickelt. Anschließend bot er seine Rätsel der "Times" in London an. Heute erscheint es regelmäßig in etwa 400 Zeitungen in 85 Ländern und wird von Millionen Menschen gespielt.

Zahlrätsel mit anhaltender Faszination

Eine mögliche Erklärung, warum Millionen von Menschen von diesem Spiel fasziniert sind, es täglich spielen, gibt der Neuseeländer Wayne Gould, der als "Spiritus Rector" der Weltmeisterschaft beiwohnte: "Sudoku ist angewandte Logik, die zu praktizieren wir im normalen Leben fast nie die Gelegenheit haben", doziert der freundliche Neuseeländer. Daneben misst er dem Gitterrätsel sogar eine philosophische Qualität bei: "Es ermöglicht uns, Ordnung ins Chaos zu bringen, und befriedigt damit ein urmenschliches Bedürfnis." Sudoku als Kontingenz-Filter des Lebens - stets geordnet, plan- und nachvollziehbar. Und es gibt immer eine Lösung, man muss sie nur finden. (APA/red)