München - Sebastian Deislers Fußball-WM-Traum ist geplatzt. Eine Knorpelverletzung im rechten Knie setzt die Leidensgeschichte des Nationalspielers von Bayern München fort. Er muß operiert werden und fällt sechs Monate aus. Während sich Deislers Teamkollegen beim Abschlusstraining auf das Bundesliga-Spitzenspiel am Sonntag gegen Schalke 04 vorbereiteten, machte die Hiobsbotschaft die Runde.

"Das ist ein Riesenschock für uns alle, für den FC Bayern sowie die Nationalmannschaft ein Riesenverlust", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß. Der Mittelfeldspieler hatte sich in Vail im US-Bundesstaat Colorado von Kniespezialist Richard Steadman untersuchen lassen und musste nun die niederschmetternde Diagnose hinnehmen, die ihn im schlimmsten Fall auch um die Fortsetzung der Karriere zittern lässt.

"Es ist fürchterlich"

Deisler hatte sich vor einigen Tagen im Training bei einem Zweikampf mit Owen Hargreaves verletzt. Der 26-Jährige musste bereits vier Mal an dem bewussten Knie operiert werden. Zweimal war das Kreuzband grissen, zuletzt hatte sich Deisler vor vier Jahren einen Knorpelschaden zugezogen. "Ich habe kurz mit ihm gesprochen und gesagt: Kopf hoch. Aber er ist natürlich sehr geknickt und muss die Nachricht erst einmal verarbeiten", erklärte Bayern-Trainer Felix Magath. "Es ist fürchterlich, dass er jetzt für die Weltmeisterschaft ausfällt."

Bereits das letzte WM-Turnier in Japan/Südkorea lief ohne ihn ab. Im letzten Vorbereitungsmatch der Deutschen gegen Österreich in Leverkusen, bei dem das ÖFB-Team ein 2:6-Debakel erlitt, verletzte sich Deisler in einem Zweikampf mit Rolf Landerl derart schwer am Knie, dass er dem damaligen Teamchef Völler absagen musste.

Neben den Knieoperationen und jeder Menge Muskelverletzungen wurde der sensible Fußball-Profi auch wegen Depressionen behandelt. Im Dezember 2003 war er deshalb zur Behandlung im Max-Planck-Institut in München, im Oktober 2004 reiste er unangekündigt vor einem Champions-League-Spiel aus Turin ab. (red/APA/dpa)