Redaktionen, die unwahre Leserbriefe drucken, verletzen die berufsethische Wahrheitspflicht. Solche Briefe sollten zurück gewiesen werden. Gelangen sie dennoch ins Blatt, sind sie nach Ansicht des Schweizer Presserates zu berichtigen. Der Presserat hält in seiner Stellungnahme fest, dass die Auswahl eingegangener Zuschriften allein Sache der Redaktionen sei. Die berufsethischen Regeln gelten auch für die Bearbeitung von Leserbriefen. "Berufsethische Wahrheitspflicht verletzt" "Wenn Medienschaffende zulassen, dass sich Leserbriefe nicht an die Wahrheit halten, ist die berufsethische Wahrheitspflicht verletzt", hält der Presserat fest. Deshalb sollten Leserbriefe zurückgewiesen werden, die offensichtlich falsche Aussagen enthalten. Stelle eine Redaktion nach der Publikation eines Leserbriefes fest, dass dieser offensichtlich falsche Aussagen enthielt, sind diese nachträglich zu berichtigen. Diese Grundsatzregeln rief der Presserat im Zusammenhang mit der Beschwerde eines Leserbriefschreibers in Erinnerung, dessen Entgegnung auf einen zuvor publizierten Leserbrief nicht abgedruckt worden war. Im konkreten Fall ging es um eine Leserbrief-Serie in der "Coop- Zeitung" zu einem Porträt über General Henri Guisan. Nach Ansicht des Presserates hatte die Redaktion der Zeitung indes korrekt gehandelt. (APA/sda)