Mit der Einwahlnummer "0650" ging am Freitag, der vierte österreichische Mobilfunkbetreiber, tele.ring , mit leichter Verspätung - ursprünglich war von April die Rede - "on air". tele.ring sei "der erste konvergente Full-Service-Anbieter mit dem modernsten Netz Österreichs, der Mobilfunk, Festnetz und Internet zu Gesamtlösungen vereint", sagte der neue Vorsitzende der Geschäftsführung Hartmut Kremling, der die Nachfolge des Dezember des Vorjahres ausgeschiedenen Christoph Boelling angetreten hat. Netzabdeckung bereits 77 prozent Man werde sich vor allem auf den Prepaid-Bereich, wo auch im Mobilfunkland Österreich noch Potenzial im Neukundengeschäft vorhanden sei, auf Klein- und Mittelunternehmen (KMUs) sowie auf die rund 100.000 tele.ring Festnetz-Bestands-Kunden konzentrieren. Bis Jahresende will der Mobilfunkbetreiber, der im Mai 1999 den Zuschlag für die vierte Handylizenz bekommen hat, 100.000 Mobilfunk-Kunden gewonnen haben. tele.ring habe in Europa-Rekordzeit sein Mobilfunknetz aufgebaut. 2.000 Mobilfunkstationen sind baufertig, davon 1.000 in Betrieb. Damit decke tele.ring 77 Prozent der Bevölkerung Österreichs ab. Das Netz werde rasch weiter ausgebaut, bis Ende des Jahres sollen es an die 95 Prozent sein, so Kremling weiter. Bereits zum Start habe man 45 Roamingpartner, in wenigen Wochen werde man Roaming in mehr als 70 Ländern anbieten können. Verträge seien mit 120 Partnerunternehmen abgeschlossen worden. Mobilität ohne Grenzen Kremling: "Der Schlüssel zur einheitlichen Rufnummer für Fest-, Mobilfunknetz und Internet liegt im Unified Messaging Service (UMS). Damit wird Mobilität ohne Grenzen erst möglich." Alle Nachrichten, egal ob E-Mail, Fax oder Voice-Message, seien von überall her und ungeachtet des Mediums abrufbar. Beispielsweise könne man auch E-Mails abhören. Zudem komme tele.ring sofort auch mit WAP-Angeboten und WAP-Inhalten auf den Markt. Dass man mit dieser Konvergenz-Strategie erfolgreich ist, will tele.ring unter Beweis stellen. Dazu gehöre auch die Beteiligung an der Versteigerung der UMTS-Lizenzen. Das Angebot des vierten heimischen Handynetzbetreibers stützt sich auf mit Festnetz und Internet kombinierte Post- und Prepaid-Pakete. Kunden erhalten individuelle Wunschnummern kostenfrei. Bei "tele.ring postpaid" gibt es keine Grundgebühr sondern Paketpreise mit Minuten-Guthaben (für das tele.ring Mobilnetz bzw. alle österreichischen Mobilnetze, das nationale Festnetz, UMS/Mailbox, WAP und das Web) in Höhe von 20, 60 oder 150 Minuten. So kostet das tele.ring mobil 20-Angebot beispielsweise 99 S. Anrufe im eigenen Mobilfunknetz sowie das Abhören der Mailbox kosten rund um die Uhr einen S, Anrufe ins Festnetz von einem bis zu 4,90 S. Das Prepaid-Angebot "tele.ring twist" beinhaltet für jeden Kauf eines 300 S-Guthabens für 31 Tage Gratistelefonieren zwischen 22 und 6 Uhr. Gratis-Festnetztelefonie Bei gemeinsamer Nutzung von Mobil- und Festnetz (in Verbindung mit Preselection, der automatischen Einwahl ins tele.ring-Festnetz) sind 30 Minuten Gratis-Festnetztelefonie bzw. 60 Minuten Gratis-Internet inklusive. Pakete gibt es derzeit mit zwei WAP-Prepaid-Handys sowie vier Postpaid-Handys, wovon drei WAP-fähig sind. Bis zum geplanten Endausbau des Netzes Ende 2001 werde tele.ring rund 12 Mrd. S (872 Mill. Euro) in den Infrastrukturausbau investiert haben. Keine Aktivierungsgebühr Beim Vertrieb werde sich tele.ring einerseits auf klassische Wege stützen, andererseits auf E-Business. Man sei mit allen großen Playern im Mobilfunk-Fachhandel im Gespräch, die Vertragsabschlüsse seien vorbereitet. Einen ersten Verkaufsshop gibt es in der Hainburger Straße im dritten Wiener Gemeindebezirk. Bei Anmeldungen bis Ende August sei keine Aktivierungsgebühr in Höhe von 350 S zu entrichten, für die Pakete "tele.ring mobil 20" sowie "mobil 60" entfallen bei Anmeldungen bis 31. August bis Ende des Jahres die monatlichen Paketpreise, für "mobil 150" gilt eine 50-prozentige Reduktion des Paketpreises auf 199,50 S. tele.ring war bisher schon als alternativer Festnetzbetreiber unter "1012 privat" seit 10. Dezember 1998 in Österreich aktiv und steht in Besitz von Vodafone/Mannesmann (53,8 Prozent), Citykom Austria (21 Prozent), ÖBB und Verbund (je 12,6 Prozent). (APA)