Bern - Ob am Arbeitsplatz oder zu Hause - die elektronische Post erweist sich als immer beliebteres Mittel zur Kommunikation. Doch für manche Anwender ist die tägliche Flut von E- mails bereits zuviel geworden. Sie müssen neue Strategien für ein neues Medium entwickeln. Hilfestellungen für die Bewältigung der E-mail-Flut bieten speziell entwickelte E-mail-Programme, die die elektronische Post filtrieren und sortieren. Die Zahlen der Marktforscher sind beeindruckend. Laut einer Studie der Firma eMarketer waren 1998 weltweit über 263 Mill. Postfächer für elektronische Post in Betrieb, 110 Mill. davon bei Internet-Providern. Das Medium wird bereits von 84 Prozent der Internet-Benutzer zur Kommunikation benutzt. Allein in den USA erhält oder versendet der Durschnittsbürger pro Tag mehr als zwei Dutzend Mails. Mit effizienter Kommunikation hat ein großer Teil dieser Flut von elektronischer Post allerdings nichts mehr zu tun. Je nach Statistik sollen mehr als 90 Prozent der via Internet versandten E-mails heute in die Kategorie der unerwünschten Werbebriefe, der sogenannten "Spams", gehören. Sie kosten die Absender praktisch nichts, landen aber direkt im elektronischen Briefkasten des weitgehend wehrlosen Zielpublikums. Ganz hilflos ist der Anwender allerdings nicht E-mail-Programme bieten heute oft die Möglichkeit, eintreffende E-mails nach vorgegebenen Regeln automatisch weiterzuverarbeiten. Wer sich beispielsweise an einer E-mail-Diskussionsrunde beteiligt, kann auf diese Weise alle Beiträge zum Thema in einen eigenen Ordner dafür ablegen lassen. Diese E-mails müssen aber ein Erkennungszeichen haben. Mit derselben Funktion kann der Empfänger seine E-mails etwa auch danach sortieren, ob er sie nur "zur Kenntnis" oder aber als direkter Adressat erhalten hat. Unternehmen tun zudem gut daran, ihren Mitarbeitern einen zurückhaltenden Umgang nahezulegen: Es ist kontraproduktiv, Information nebst den direkten Empfängern immer auch an viele weitere Personen zur Kenntnis zu senden. Die Folge: Auch E-mails wandern zusehends ungelesen im "Abfall". Empfehlenswert ist es auch, mit mehreren E-mail-Adressen zu arbeiten. So kann eintreffende Post bereits von Anfang an richtig kanalisiert werden. Auch wer E-mails selbst schreibt, kann dazu beitragen, anderen den Umgang mit dem Medium zu erleichtern. Dabei zählt nicht nur die Anzahl der E-mails und Wahl der Adressaten, sondern auch der Aufbau der Schreiben selbst. So werden Höflichkeitsformeln der Einfachheit halber oft weggelassen. Auch sollten Mails möglichst kurz und gut strukturiert mit einer aussagenden "Betreff"-Zeile abgefaßt werden, um das Lesen und Beantworten zu vereinfachen. (APA/sda)