Wien - Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (F) läßt die Streikdrohung der Beamten im Zusammenhang mit der Pensionsreform kalt. "Ich lasse mich doch nicht erpressen. Sie sollen ruhig streiken. Dann müssen sie aber erklären, dass es einen privilegierten Bereich gibt, der zu einer Gleichbehandlung mit dem ASVG nicht bereit ist", so Riess-Passer im "Kurier" (Samstag-Ausgabe). Sie sei schon sehr gespannt, wie die Eisenbahner argumentieren, dass es ungeercht sei, nicht mehr mit 53 Jahren in Pension gehen zu dürfen, meinte die Vizekanzlerin. Kanzler Wolfgang Schüssel (V) unterstützt Riess-Passer. "Wir haben die Verhandlungen mit der Gewerkschaft abgebrochen, weil wir brauchen uns nicth pflanzen zu lassen". Alle müssten zur Sanierung der Staatsfinanzen beitragen. VP-Finanzstaatssekretär Alfred Finz erklärte, "wir machen das ja nicht, um die Gewerkschaft zu ärgern". Es gehe um die sukzessive Erhöhung des Pensionsantrittsalters, um es an die Lebenserwartung anuzupassen. Verfassungsrechtliche Bedenken wegen des Beginns der Reform mit Oktober dieses Jahres könnten durch Übergangsfristen ausgeräumt werden. Von 110.000 Beamten träfe die Anhebung rund 5.000, so Finz. "Für jene, die kurz vor der Pension stehen, kann man eine Zeitstaffel einführen. Und die, die lange bis zum Ru7hestand haben, können sich darauf einstellen". (APA)