Jara wird auf Händen getragen
Innsbruck - Der österreichische Fußball-Meister kommt zum achten Mal aus Innsbruck. Der FC Tirol holte sich am Samstag mit dem 2:1-Sieg im ausverkauften Ttvoli-Stadion gegen die Wiener Austria aus eigener Kraft den Titel in der max.Bundesliga. Da hätte dem entthronten Champion Sturm auch ein voller Erfolg in Ried nichts mehr genützt. Doch die Grazer mussten sich sogar mit einem 1:1 begnügen und beendeten die erste Meisterschaft im neuen Jahrtausend mit drei Punkten Rückstand auf die erstmals seit der Ära von Ernst Happel vor zehn Jahren wieder triumphierenden Innsbrucker, die bereits als Herbstmeister und Winterkönig die Konkurrenz hinter sich gelassen hatten. Das Spiel war noch keine zwei Minuten alt, als der Tivoli und die umliegenden Bergketten zum ersten Mal bebten. Nach Zusammenspiel mit Gilewicz flankte Baur von der rechten Seite ideal zu dem bei der "zweiten Stange" alleine lauernden Roland Kirchler, der mit einem Kopfball aus kurzer Distanz Knaller keine Chance ließ - 1:0. Der tolle Auftakt versetzte die Tiroler in eine Euphorie, die sich in weiteren schwungvollen Angriffen niederschlug. Die Austria, die mit dem 2:0 im Herbst den Innsbruckern ihre einzige Heim-Niederlage in dieser Saison zugefügt hatte, machte erstmals in der neunten Minute mit einem Flachschuss des Ex-Tirolers Patrik Jezek auf sich aufmerksam. Der Tscheche hatte ja wegen seines "Prämien-Mitschnitts" beim Meister für Aufregung in den vergangenen Tagen gesorgt. Tschertschessow war aber auf dem Posten. Tirol dominierte Die Tiroler dominierten zwar in der Folge weiterhin das Geschehen, die Austria hielt aber - zumindest im defensiven Bereich - gut dagegen. Die Wiener hatten jedoch Glück, als Scharrer in der 23. Minute aus spitzem Winkel nur die linke Stange traf. Vier Minuten später herrschte auf dem Tivoli das blanke Entsetzen, als Tschertschessow den nach einem Steilpass allein vor ihm auftauchenden Plassnegger niedersäbelte, dafür zwar nur "Gelb" sah, aber einen Elfer verschuldete. Mayrleb ließ sich die Chance nicht entgehen und verwertete mit einem platzierten Flachschuss in die linke Ecke souverän zum 1:1. Es war der 21. Saisontreffer des Teamstürmers. Der neue Meister hieß zu diesem Zeitpunkt SK Sturm, der in Ried 1:0 führte. Nun taten sich die Innsbrucker mit der kämpferischen Austria schwer, auch wenn die Wiener zu keiner weiteren seriösen Chance mehr kamen. Die Erlösung kam in der 53. Minute nach einem Freistoß, den Darazs an Wazinger verschuldet hatte. Diesmal flankte Kirchler von der rechten Seite zur Mitte und Kapitän Michael Baur köpfelte mit seinem vierten Saisontor das Tor zum achten Titel und zur Qualifikationsrunde drei für die Champions League. Dabei blieb es, auch wenn Gilewicz noch die eine oder andere halbe Möglichkeit vorfand und sich der eingewechselte Mair in der 74. Minute innerhalb von Sekunden mit einem von Knaller abgewehrten Schuss und einem folgenden spektakulären Rückzieher über die Latte bemerkbar machte. Noch bemerkenswert: Toni Pfeffer verabschiedete sich mit einer guten Leistung und seinem 395. Spiel von der Bundesliga. Dass es trotz eines nahenden "Rentner-Daseins" als Fußballer noch voll Energie ist, demonstrierte das 35-jährige Verteidiger-Denkmal bei einer "kleinen" Auseinandersetzung mit Marasek knapp vor dem Ende. Dann erlöste der Schlusspifff von Manfred Schüttengruber die Tiroler, Spieler, Funktionäre, Betreuer und Fans, die zu Tausenden das Spielfeld stürmten und das Tivoli-Stadion in ein Tollhaus verwandelten. FC Tirol Innsbruck - Austria Wien 2:1 (1:1), Tivoli, 15.000 (ausverkauft), Schüttengruber Torfolge: 1:0 (2.) Roland Kirchler (Kopf) 1:1 (28.) Christian Mayrleb (Foulelfer) 2:1 (53.) Michael Baur (Kopf) Tirol: Tschertschessow - W. Kogler - Knavs, Prudlo - Wazinger, Baur, Kirchler, Anfang (88. Alfred Hörtnagl), Marasek - Gilewicz (91. Barisic), Scharrer (52. Mair) Austria: Knaller - Tamandl - Scharner (43. Darazs), Pfeffer - Hopfer, Leitner, Stary (56. Sobczak), Dospel, Plassnegger (79. Krajic) - Mayrleb, Jezek Gelbe Karten: Tschertschessow, Baur, Mair bzw. Hopfer, Darazs