Straßburg - Das Europaparlament hat eine dringende Änderung der europäischen Asylpolitik zur Linderung des Flüchtlingsproblems auf der Mittelmeerinsel Malta gefordert. Die Regierung in Valletta fühlt sich überfordert und bat die EU um Hilfe. Auf Malta sind im vergangenen Jahr etwa 1.800 Flüchtlinge vor allem aus Afrika gelandet, das entspräche - im Verhältnis zur Bevölkerung - etwa 370.000 Flüchtlingen in Deutschland. Die Volksvertreter forderten am Donnerstag in Straßburg eine Änderung der so genannten Dublin-II-Verordnung. Diese regelt, dass Asylanträge im EU-Land der ersten Ankunft eines Bewerbers bearbeitet werden müssen. Dieser Grundsatz sei für Länder wie Malta "eine untragbare Belastung", hieß es in der mit großer Mehrheit angenommenen Entschließung. Die EU sollte einen Mechanismus für eine "gerechtere Verteilung der Asylbewerber auf die Mitgliedsländer" festlegen. (APA/dpa)