Das US-Justizministerium besteht weiter auf einer Zerschlagung des weltgrößten Softwareherstellers Microsoft in zwei Unternehmen. Nachdem das Ministerium am Freitag dem zuständigen Richter Thomas Penfield Jackson seinen überarbeiteten Antrag vorgelegt hatte, berichtete dies der Nachrichtensender CNN. In dem neuen Antrag seien vor allem technische Details neu formuliert worden. Das Ministerium und die 19 Bundesstaaten folgten damit nicht der Anregung Jacksons, eine Zerschlagung des Softwaregiganten in drei Teile anzustreben. In dem Verfahren geht es um Auflagen, mit denen der von dem Richter festgestellte Missbrauch von Microsofts marktbeherrschender Stellung bei Computerbetriebssystemen unterbunden werden kann. Das Unternehmen muss bis kommenden Dienstag seine Gegenvorstellungen einreichen. Die Microsoft-Anwälte kritisierten den Richter scharf, weil dieser nach einer mündlichen Anhörung beider Seiten am vergangenen Mittwoch sämtliche Anträge auf Ladung von Sachverständigen über die Folgen einer Zerschlagung abgelehnt hatte. Er strebt ein schnelles Ende dieser Prozessphase an und könnte seine wahrscheinlich auf die Aufspaltung von Microsoft hinaus laufende Entscheidung bereits in der kommenden Woche verkünden. Da das Unternehmen Berufung angekündigt hat, bliebe dieses drastische Urteil aber zunächst folgenlos. Das Justizministerium. hat die Aufspaltung von Microsoft in ein Unternehmen für die Windows-Computerbetriebssysteme und ein zweites für Zusatzsoftware wie das Textverarbeitungsprogramm Word vorgeschlagen. Dieses zweite Unternehmen könnte auch Produkte für konkurrierende Betriebssysteme entwickeln und so das Monopol von Windows brechen. In einem dritten Unternehmen könnten nach dem Vorschlag einer Expertengruppe schließlich die Internet-Aktivitäten von Microsoft zusammengefasst werden. Diesen Vorschlag nannte der Richter "ausgezeichnet". (APA/dpa)