Wien - Nach drei schwierigen Verhandlungsrunden haben sich die Sozialpartner auf einen neuen Kollektivvertrag für die 15.000 Beschäftigte in der heimischen Textilindustrie geeinigt. Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter und die Ist-Löhne und -Gehälter werden rückwirkend per 1. April um 2,3 Prozent angehoben. Die Laufzeit für den neuen Kollektivvertrag beträgt ein Jahr. Dies teilt die Gewerkschaft Metall-Textil (GMT) und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) am Mittwoch mit.

Im selben Ausmaß angehoben werden auch die Lehrlingsentschädigungen. Für Angestellte wurde das Kilometergeld bis 15.000 Kilometer pro Jahr auf 0,376 Euro erhöht, über 15.000 Kilometer pro Jahr auf 0,354 Euro.

Diskussion um Lohngruppenschemata

Die Gespräche über Modernisierungen bei den Lohngruppenschemata werden fortgesetzt, so die Gewerkschaft. Zu den Durchrechnungszeiträumen wurde die Übertragsmöglichkeit eines Zeitsaldos von max. 40 Stunden in den nächsten Durchrechnungszeitraum vereinbart.

Die Arbeitgeber hatten unter anderem eine Erhöhung der Bandbreite von 80 auf 120 Stunden ohne Ausgleich gefordert. Weiters wollten die Unternehmer eine Streichung der Mehrarbeitszuschläge und eine Einmalzahlung statt einer angemessenen Lohnerhöhung. Diese Wünsche, so die Gewerkschaft, konnten erfolgreich abgewehrt werden.

Dem Abschluss gingen schwierige Verhandlungen voraus. Nach dem Druck aus den Betrieben waren die Arbeitgeber doch dazu bereit, ihren Beschäftigten angemessene Lohn- und Gehaltserhöhungen zuzugestehen, sagt Monika Kemperle, in der GMT für den Textilbereich verantwortlich.

Paul Prusa, der den Wirtschaftsbereich Textil, Bekleidung, Schuh in der GPA betreut: "Ich bin überzeugt, dass dieses Ergebnis nur durch die geschlossene Teilnahme der Beschäftigten an den Betriebsversammlungen in den wichtigsten Betrieben der Textilindustrie ermöglicht wurde." (APA)