Wien - Mit Zweckoptimismus reagiert die nach dem Ausscheiden aus dem Parlament zurückgetreten Bundesspercherin der Liberlalen, Heide Schmidt, auf die schwierige Lage und die Streitigkeiten in ihrer Partei. "Nach einem Tief kann nur ein Hoch kommen", sagte Schmidt am Montag im Gespräch mit der APA. Die Chancen der Liberalen hätten sich "sicher reduziert". Seit dem 3. Oktober "hat man nicht wirklich das Gefühl, dass sich die Liberalen in manchen Verhaltensweisen von jenen unterscheiden, für die sie eine Alternative sein wollten", sagte Schmidt. Die Ausgangsposition sei zwar "mehr als schwierig", aber bis zu den nächsten Wahlen sei noch Zeit und in der gesamtpolitischen Situation sei das Angebot der Liberalen dringend notwendig. Auf die tatsächlichen Chancen, wieder aus dem Tief herauszukommen, angesprochen, sagte Schmidt: "Es wäre sinnlos, in etwas Kraft zu investieren, wenn man nicht daran glaubt. Wenn etwas notwendig ist, muss man es möglich machen." Wichtig sei jetzt, "Platz und Energie" für die neue Wiener Landesparteichefin Alexandra Bolena zu schaffen. In diesem Zusammenhang äußerte Schmidt die Hoffnung, dass die scheidene Landessprecherin Gabriele Hecht auch den Vorsitz im Rathausklub abgibt. Sie hoffe, dass Hecht bald wahrnehme und die Konsequenz daraus ziehe, dass es ein "gedanklicher Bruch" wäre, die Führung der Landespartei zwar abzugeben, aber die Vertretung an der Spitze des Rathausklubs zu behalten. Dass Hecht ihr Gemeinderatsmandat behalten möchte, dafür habe sie volles Verständnis, sagte Schmidt. Aber der Klubvorsitz sei etwas ganz anderes. Auf die Frage, ob Hecht aus der Partei ausgeschlossen werden sollte, wenn sie sich weigern sollte, den Klubvorsitz abzugeben, wollte Schmidt nicht direkt eingehen. Die frühere Bundessprecherin und Parteigründerin meinte nur, sie wolle sich "ein bisschen auf das verlassen", was Hecht selbst gesagt habe. Wenn Hecht der Partei eine Zukunft geben wolle, könne sie nicht dem entgegenstehen, der neuen Landessprecherin Bolena erfolgsversprechende Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Eine Kandidatur bei der kommenden Gemeineratswahl in Wien lehnte Schmidt neuerlich ab. "Ich glaube nicht, dass das Sinn machen würde." Es sei auch gut, dass sie sich aus der ersten Reihe zurückgezogen habe, eben um Raum und Energie für andere zu schaffen und die Wiener Ebene werde von Bolena sehr gut vertreten. Man müsse ihr die Möglichkeit zur Profilierung geben. Sie, Schmidt, werde Bolena dabei "sehr gerne" unterstützen. In welcher Form sie sich in den Wiener Wahlkampf einbringen werde, sei jetzt noch zu früh zu sagen, meinte Schmidt. (APA)