Die Badener TriCoTel GmbH hat Ende April dieses Jahres auf Basis des noch bestehenden Telekommunikationsrechts bei der Regulierungsbehörde Telekom Control Kommission einen Antrag auf Zuteilung von Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard UMTS (Universal Mobile Telecommunication System) gestellt. Der Novelle zum Telekommunikationsgesetz (TKG), die im Parlament beschlossen wurde und im wesentlichen die Auktion der UMTS-Frequenzen regelt und per 1. Juni 2000 in Kraft treten wird, wurde damit zuvor gekommen. Unter der Aktienzahl K15A/2000 liege nunmehr ein anhängiges Verfahren vor, sagte Robert Marschall von TriCoTel am Montag. Beantragt hat TriCoTel 2x25 MHz gepaarter Frequenzen und 5 MHz ungepaarter Frequenzen aus dem UMTS-Band. Als fünfter unabhängiger Mobilfunkbetreiber sei dies absolut notwendig, um Waffengleichheit mit den bisher existierenden Handynetzbetreibern herzustellen, die bei einer UMTS-Auktion mitbieten wollen. Die Konzessionslaufzeit wurde mit 30 Jahren beantragt. Das beantragte Versorgungsgebiet umfasst alle wichtigen Siedlungsräume und Industriegebiete im gesamten Bundesgebiet. Die benötigten Frequenzen wurden der Telekom-Control-Kommission am 5. Mai 2000 zugewiesen. Entsprechend dem noch geltenden TKG habe die Regulierungsbehörde bei Vorliegen eines Antrages eine Ausschreibung in einem offenen, fairen und nicht diskriminierenden Verfahren vorzunehmen. Durch die Antragstellung wurden mehrere Rechtsfolgen ausgelöst, so Marschall, wobei der Fristenlauf für die Vergabe und die Ausschreibungsbedingungen zu den wichtigsten gehören. Mehrere Versteigerungen So plädiert Marschall etwa für ein sequenzielles statt eines parallelen Vergabeverfahrens, d.h. die einzelnen UMTS-Konzessionen sollten nacheinander und nicht gleichzeitig vergeben werden. Eine gleichzeitige Vergabe würde den Neueinsteiger gegenüber den bestehenden Mobilfunkanbietern diskriminieren. TriCoTel fordert weiters einen Ausschluss der bestehenden Betreiber bei der Vergabe der ersten UMTS-Konzession. Marschall: "Nur so ist es für einen Neuen möglich, noch in den bereits gut entwickelten Mobilfunkmarkt Österreich einzusteigen." Die bestehenden vier Betreiber könnten ja auf bereits bestehende Organisations- und Vertriebsstrukturen sowie einen Kundenstamm zurückgreifen. TriCoTel wurde im Oktober 1997 gegründet und hat seit Dezember 1997 mehrere Anträge auf Zuteilung von DCS-1800-Freqzenzen gestellt. Während ein Teil der beantragten Frequenzen ohne Ausschreibung an die Mobilkom "verschenkt" worden sei, sei der andere Teil in einer Ausschreibung an tele.ring vergeben worden, wobei TriCoTel mit der Begründung der "ungenügend dargestellten Finanzkraft" noch vor der Auktion ausgeschlossen worden war. "Riesen-Rechtsunsicherheit" Mehrere von TriCoTel angestrengte Verfahren sind beim österreichischen Verwaltungsgerichtshof und beim Europäischen Gerichtshof anhängig. In Österreich herrsche eine "Riesen-Rechtsunsicherheit", so lange diese Verfahren noch nicht geklärt seien. Im Rechtsvorteil von TriCoTel sieht Marschall die Attraktivität des Unternehmens als UMTS-Partner für andere Telekom-Betreiber. (APA)