Warschau - Viele polnische Bauern warten noch immer auf ihre EU-Direktbeihilfen für das vergangene Jahr. Insgesamt wurden 700 Millionen Zloty (177 Mio. Euro) noch nicht ausbezahlt. "Vor einem Jahr haben wir unser Geld nur zwei Wochen nach der Bewilligung bekommen, jetzt dauert das viele Monate", klagt der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer im Regierungsbezirk Masuren, Bogdan Aleksiejczuk. Am schlechtesten ist die Situation im südlichen Regierungsbezirk Krakau.

Schuldzuweisungen

Das Landwirtschaftsministerium macht für die schleppende Auszahlung der Beihilfen die staatliche Agentur für die Modernisierung der Landwirtschaft verantwortlich, die für die Auszahlung der Förderungen zuständig ist. "Wir betrachten deren Arbeit sehr kritisch", sagt der Vizeminister im Landwirtschaftsressort Jan Ardanowski. In der Agentur wiederum heißt es, ihre Regionalbüros seien schuld an der Verzögerung. "Wir bekommen von dort Unterlagen mit vielen Fehlern, die wir wieder zurückschicken müssen", sagt Iwona Musioal, Sprecherin der Agentur.

Die Agentur gibt an, dass sie bisher 3,6 Milliarden Zloty und damit 80 Prozent der Beihilfen ausgezahlt habe. Man habe im vergangenen Jahr um 100.000 Förderanträge mehr bekommen als 2004. (APA)