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Foto: AP/Meissner
Irgendwo geistert sie noch herum, die Vorstellung, dass Blut in Schokolade und Läuse in Joghurts gerührt werden. Zu verdanken haben wir das einer Anti-EU-Kampagne der FPÖ vor dem Beitrittsreferendum Österreichs zur EU, in der sich die Freiheitlich anstrengten, den Österreichern vor der Europäischen Union einen richtigen "Graus" einzureden.

Tatsächlich bezieht sich die Geschichte vom Läusejoghurt auf ein bestimmtes Färbemittel, das im Mitgliedsstaat Spanien zur Färbung von Joghurts verwendet wurde. Sollte sich Österreich dem freien Warenverkehr innerhalb der EU unterordnen müssen, sahen FPÖ plus Anhänger die "Läusejoghurts" schon in Reih und Glied Österreichs Supermärkten füllen. Der Farbstoff Cochenille wird von Schildläusen produziert und in der Lebensmittelindustrie als Farbstoff hauptsächlich für Campari eingesetzt, war also längst in den Supermärkten zu finden. Mittlerweile wird der Farbstoff aber meist durch künstlich hergestelltes Carmin (E 120) ersetzt.

Forscht man in den EU-Texten nach Blut als erlaubten Bestandteil von Schokolade, wird man davon nichts finden. Die EU-Richtlinie 2000/36/EG über Kakao- und Schokoladeerzeugnisse für die menschliche Ernährung gibt Auskunft darüber, welche Bestandteile in Schokolade enthalten sein dürfen, Blut gehört definitiv nicht dazu. (mhe)