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In manchen Ländern sollte man Fastfood wegen künstlicher Fette meiden

Foto: apa/epa/Dennis Sabangan
Washington - Wer ins Ausland reist, sollte sich informieren, ob ihm der Besuch dortiger Fastfood-Restaurants gesundheitlich bekommt. Denn nach einer im New England Journal of Medicine publizierten Studie des Gentofte University Hospital in Kopenhagen enthalten Pommes und Co von McDonald's in den USA, Peru, Südafrika und Großbritannien weitaus größere Mengen an schädlichen "Transfetten" als in Österreich. Fastfood von Kentucky Fried Chicken sollte man möglichst in Osteuropa, Peru und Südafrika meiden.

Bequeme Fette

Transfette sind künstliche Fettsäuren, die bei der Härtung von Pflanzenölen entstehen. Der tägliche Konsum von fünf Gramm und mehr erhöht nachweislich das Herzinfarktrisiko um 25 Prozent, da die Fette das "schlechte" LDL-Cholesterin im Blut erhöhen. Für die Fastfood-Industrie sind gehärtete Pflanzenöle bequem, denn mit ihnen lässt sich über lange Zeit bei hohen Temperaturen frittieren, ohne dass sie sich chemisch abbauen. Doch je höher ihr Transfettanteil, umso mehr geht davon ins Essen über.

Ausmusterung steht an

In Ungarn verwendet der Hendlverwerter KFC für Frittieröl mit 35 Prozent Transfettanteil, was dazu führt, dass etwa eine Portion aus Pommes und Fried Wings bis zu 25 Gramm Transfette enthält. Bei McDonald's in New York enthält das Frittierfett für Pommes 23 Prozent Transfette, in Österreich zwölf, in Dänemark ein Prozent. Beide Fastfood-Ketten beabsichtigen schon länger, Transfette auszumustern, wollen sich dabei aber nach örtlichen Geschmacksvorlieben richten.

In Dänemark sind seit 2004 Nahrungsmittel mit mehr als zwei Prozent Industrie-Transfetten verboten. Es dauerte weniger als drei Monate, bis die Industrie auf Alternativen umgestellt hatte, berichten die Studienautoren. In den USA muss der Anteil an Transfetten seit 2006 deklariert sein, in der EU gibt es keine Regelung.

Untersuchung der AK Wien

Täglich fünf Gramm Transfette sind auch ohne McDonald's und KFC kein Problem. Eine Untersuchung der Arbeiterkammer Wien hatte für 80 alltägliche Lebensmittel herausgefunden, dass der Transfettanteil bei mehr als einem Viertel davon teils deutlich über dem dänischen Grenzwert liegt, allen voran Backwaren wie Croissants. (DER STANDARD, Printausgabe, grote, 19. 4. 2006)