Bangkok - Während der Wahlen zum Senat, dem Oberhaus des Parlaments, sind am Mittwoch bei drei Überfällen in Thailand zwei Polizisten getötet und sieben weitere Menschen verletzt worden. Die Polizei machte für die Gewalt im Süden des Landes muslimische Rebellen verantwortlich. Bewaffnete griffen in zwei Verwaltungsbezirken der Provinz Narathiwat Sicherheitskräfte und Wahlleiter an, die auf dem Weg zu Wahllokalen waren, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Muslimische Separatisten streben nach Abspaltung der fünf mehrheitlich islamischen Südprovinzen Narathiwat, Yala, Pattani, Satun und Songkhla. Über 90 Prozent der Einwohner Thailands sind Buddhisten, während sich etwa fünf Prozent zum Islam bekennen. Zahlreiche Muslime aus dem Süden Thailands sind in das benachbarte Malaysia geflüchtet. Die Wurzeln des Konflikts reichen weit zurück. Thailand (damals Siam) hatte 1902 die Region annektiert.

Sprengsatz gezündet

Im Bezirk Srisakorn zündeten die Angreifer nach Behördenangaben einen Sprengsatz und eröffneten das Feuer auf Polizisten und Wahlhelfer. Im Bezirk Muang beschossen sie mehrere Polizisten. In der benachbarten Provinz Yala explodierte eine Bombe, dabei wurde niemand verletzt.

Regierungskritiker führen ins Treffen, dass es sich bei etlichen Senats-Kandidaten um Vertraute des zurückgetretenen Ministerpräsident Thaksin Shinawatra handelt. Angetreten ist unter anderen einer von Thaksins Anwälten. Die Opposition hat eine neue Serie von Kundgebungen gegen die Regierung angekündigt.

Konsequenzen

Das Kabinett wird seit dem 5. April von Interims-Premier Chitchai Vanasatidya geführt, nachdem Thaksin die Konsequenzen aus wochenlangen Protesten gezogen und sein Amt vorübergehend niedergelegt hat. Die oppositionelle "Volksallianz für Demokratie" (PAD) wirft Thaksin vor, hinter den Kulissen weiter die Fäden zu ziehen. Thaksin, dem Amtsmissbrauch vorgeworfen wird, hatte vor zwei Wochen erklärt, nach der von der Opposition boykottierten Unterhauswahl am 2. April wolle er eine "Pause" machen. In vielen Wahlbezirken konnte wegen zu geringer Wahlbeteiligung und ungültiger Stimmzettel kein Gewinner festgestellt werden.

Der geschäftsführende Ministerpräsident Chitchai war unter anderem zuständig für die Wiederherstellung der Ruhe nach den schweren Unruhen in den Provinzen der muslimischen Minderheit im Süden des Königreichs. (APA/AP)