Wien - Der Preis für Diesel-Treibstoff ist in Österreich nach den jüngsten Preiserhöhungen der Mineralölwirtschaft auf einen historischen Rekordwert gestiegen. Sowohl die OMV als auch BP Austria haben am Dienstag ihre Richtpreise für Diesel um zwei Cent auf 1,104 Euro je Liter angehoben. Gleichzeitig wurden auch die Benzinpreise um jeweils drei Cent angehoben.

Die OMV begründet die Preisanhebungen mit den hohen internationalen Rohstoffkosten. Besonders die für die Entwicklung der heimischen Spritpreise maßgeblichen Rotterdamer Notierungen für Mineralölprodukte seien in den letzten Wochen stark angestiegen. Laut BP Austria handle es sich bei den Preiserhöhungen "um einen normalen Geschäftsvorgang". Shell Austria plant derzeit zwar keine Spritpreis-Erhöhungen, dies könne sich aber sehr schnell ändern, meinte ein Sprecher.

Ruf nach Entlastung für Pendler

"Angesichts der hohen Spritpreise ist die Regierung aufgefordert, Pendlerpauschalen und Kilometergeld zu erhöhen", fordert der Autofahrerklub ARBÖ. Finanziert werden könne dies locker durch die zusätzlichen Mehrwertsteuereinnahmen, die dem Finanzminister auf Grund der Spritpreis-Teuerungen "buchstäblich in den Schoß fallen".

"Zudem ist es höchst an der Zeit, dass der Wirtschaftsminister für mehr Preistransparenz sorgt, sowohl an den Zapfsäulen als auch beim Zustandekommen der Spritpreise", forderte eine Sprecherin des ARBÖ. Das Wirtschaftsministerium sollte ein "echtes Monitoring" durchführen und ständig aktuell kontrollieren, ob Preiserhöhungen an den heimischen Tankstellen tatsächlich durch die Entwicklung am maßgeblichen Spotmarkt in Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen gerechtfertigt sind bzw. Preissenkungen verschleppt weitergegeben werden. (APA)