Wien – Die Vorbereitungsarbeiten für die Installierung des zweiten Geschäftsführers in den Austrian Research Centers (ARC) laufen auf Hochtouren. Am Dienstag hat sich die aus rund 40 Industriebetrieben und Banken bestehende Syndikatsgruppe B abgestimmt – und damit auf Linie des Mehrheitseigentümers Republik Österreich gebracht.

Die verläuft so: Die Generalversammlung bestellt kommenden Mittwoch Hans Rinnhofer, derzeit Geschäftsführer von Hochtemperatur Engineering (HTE) und Maerz-Gautschi Industrieofenanlagen, zum Nachfolger von Helmut Krünes. Das geforderte Dirimierungsrecht dürfte der neue Sprecher der ARC-Geschäftsführung allerdings doch nicht bekommen, womit er den wissenschaftlichen Geschäftsführer Erich Gornik also nicht überstimmen kann.

Seinen Dienst in Seibersdorf antreten wird der 42-jährige Werkstoffspezialist, der einst bei RHI werkte (bis die Engineering-Sparte des Herstellers von Feuerfestmaterialien 2002 verkauft wurde), erst im Oktober, wollen ARC-Kapitalvertreter wissen. Bis dahin soll offenbar Krünes die Geschäfte von Österreichs größter außeruniversitärer Forschungsgruppe weiterführen. Dessen Vertrag wurde am 22. Dezember – wegen des Vieraugenprinzips – zwar nur bis 30. April 2006 verlängert, eine Klausel im Gesellschafterbeschluss erlaubt jedoch weitere Prolongierungen: Wenn der neue Geschäftsführer erst später kommt, darf der Aufsichtsrat Krünes' Vertrag jeweils um einen Monat verlängern – längstens bis 31. Dezember.

Aufregung

Eben diese Umstände regen Kapitalvertreter zunehmend auf. Sie fühlen sich übergangen, insbesondere was die Auswahl Rinnhofers betrifft. "Wir haben keinen einzigen der 125 Kandidaten zu Gesicht bekommen", beklagt einer: "Das ist eine Farce." (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.4.2006)