Helsinki - Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber hat am Rande eines mehrtägigen Besuchs in Finnland seine unnachgiebige Haltung gegen einen möglichen EU-Beitritt der Türkei bekräftigt. Auf die Positionsunterschiede mit Finnland in dieser Frage angesprochen, sagte Stoiber am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit seinem Gastgeber, Ministerpräsident Matti Vanhanen, in Helsinki, es gelte zwar, die Verhandlungen mit der EU-Kommissionzu beobachten. Aber: "Wir sind unabhängig davon gegen einen Beitritt der Türkei zur EU."

Die Türkei sei ein "wichtiges, aber letztlich kein europäisches Land", erklärte Stoiber. Die Europäische Union würde sich mit einem Beitritt der Türkei "übernehmen" und dadurch ihre wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit gefährden. "Wir werden sehen, wie die Verhandlungen laufen, am Ende muss das aber noch ratifiziert werden", deutete Stoiber entsprechenden Widerstand gegen eine mögliche Aufnahme der Türkei in die Gemeinschaft an.

Vanhanen dagegen wiederholte die Position Finnlands, wonach jedes Land, das die für einen Beitritt aufgestellten Kriterien der Union erfülle, dieser auch beitreten können müsse. Für Finnland sei wichtig, dass es etwa in der Frage der Einhaltung der Menschenrechte Fortschritte in der Türkei gebe, und in diesem Zusammenhang habe sich die Beitrittsperspektive für Ankara als nützlich erwiesen. (APA)