Mailand – Italiens größter Autobahnbetreiber, Autostrade, und der spanische Mischkonzern Abertis sind sich über die Fusion zur weltweiten Nummer eins der Branche einig. Der Verwaltungsrat der beiden Gesellschaften hat dem Zusammengehen bis Jahresende zugestimmt.

Autostrades größter Aktionär, Gilberto Benetton, bestätigte, dass das 25-Mrd.-Euro- Geschäft unter anderem einen Aktientausch im Verhältnis von eins zu eins vorsehe, ebenso die Zahlung einer Sonderdividende an die Autostrade-Anteilseigner.

Headquarter in Barcelona

Benetton zeigte sich über die Widerstände der künftigen Regierung Prodi verwundert. Diese befürchtet, dass es sich nicht so sehr um eine Fusion als vielmehr um einen Verkauf der Autostrade an die Spanier handle. Das Headquarter wird in Barcelona sein, Konzernchef soll Salvador Alemany Mas werden, bisheriger CEO von Abertis.

Die Autostrade-Kurse kletterten am Montag in Mailand bis zu 9,5 Prozent auf ein Allzeithoch von 24,91 Euro je Aktie. Grund für den Höhenflug ist die versprochene Sonderdividende von 3,5 Euro.

"Die strategische Allianz zwischen den beiden Holdings wird uns ermöglichen, die weltweit stärkste Autobahnbetreibergesellschaft aufzubauen", sagte Autostrade- Präsident Gianmaria Gros-Pietro. Mit einem Jahresumsatz von sechs Mrd. Euro und mehr als 20.000 Beschäftigten habe Abertis alle Voraussetzungen, um an den bevorstehenden Autobahn- und Airport-Privatisierungen in Europa und Südamerika mitzumachen. Für Österreichs Wirtschaft ist Autostrade kein unbeschriebenes Blatt.

Autostrade, ehemaliger Partner der Asfinag bei der Einführung des Lkw-Mautsystems in Österreich, wurde im Vorjahr zum Ausstieg gezwungen. Allerdings war das Österreich-Engagement für Autostrade mit einem Verkaufswert von 208 Mio. Euro und einem Reingewinn von "über 150 Mio. Euro" ein hervorragendes Geschäft. (Thesy Kness-Bastaroli, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.4.2006)