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Die gemeinsame Heimstätte von Rot und Weiß-Blau.

Foto: APA/AP/Stache
München - Die Unterstützung des Lokalrivalen FC Bayern München soll dem finanziell angeschlagenen deutschen Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München von Trainer Walter Schachner den Gang vor das Insolvenzgericht ersparen. "Ich bin nicht pessimistisch, dass wir eine schnelle und passende Lösung finden", sagte Bayern-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge am Dienstag. Auf einer Sitzung am Montagabend hatte der Aufsichtsrat des Rekordmeisters den Weg für Gespräche mit dem Stadionpartner freigemacht, der mit bis zu zwölf Millionen Euro verschuldet sein soll.

"Der Verein hat endlich die Hosen runtergelassen. Die finanzielle Situation von 1860 ist dramatisch", hatte Rummenigge nach der Vorstandssitzung erklärt und die Unterstützung der Bayern zugesagt. "Wir sind sehr an einer Lösung der Probleme interessiert, allein schon wegen der Refinanzierung der Allianz Arena." Beide Klubs sind mit jeweils 50 Prozent an der gemeinsamen Stadion-GmbH beteiligt.

"Konzept ausgearbeitet"

Die Sechziger hatten auf ihrem Vorstandstreffen am Montag Verhandlungen mit dem Nachbarn angekündigt. "Wir haben ein Konzept ausgearbeitet und müssen mit unseren Partner nun die angedachten Dinge zu Ende führen. Das betrifft in erster Linie die Bayern", sagte 1860-Geschäftsführer Stefan Ziffzer. "Wenn wir die Probleme bis zum nächsten Dienstag nicht gelöst haben, müssen wir Insolvenz anmelden."

Eine Option zur Rettung des Traditionsklubs, bei dem neben Schachner auch der Österreicher Harald Cerny und der ehemalige Rapid-Kapitän Steffen Hofmann beschäftigt sind, könnte ein Verkauf von Stadionanteilen sein. Die "Löwen" hatten in der vergangenen Woche von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die Lizenz nur unter strengen Auflagen erhalten. Bis Ende Mai soll der TSV 1860 nachweisen, dass er in der kommenden Saison über 10 bis 15 Mio. Euro verfügen kann. Andernfalls droht dem Verein neben dem Lizenzentzug auch der Zwangsabstieg in die Regionalliga Süd.

Vor Rummenigge hatte auch Präsident Franz Beckenbauer Hilfe zugesagt und betont, dass die Bayern den Lokalrivalen als Stadionpartner brauchen, "um uns eher als vorgesehen von diesen ganzen Lasten zu befreien. 300 oder 350 Millionen Euro zu investieren, ist selbst für den FC Bayern viel - geschweige denn für den TSV 1860, der natürlich mit dabei sein muss, weil es anders nicht gegangen wäre." Der Vorstand des FC Bayern sei schon seit Wochen damit beschäftigt, eine Lösung zu finden. "Wenn die Sechziger Hilfe brauchen, dann kriegen sie sie. Wir werden ihnen brüderlich zur Seite stehen."(APA/dpa)