Wiesbaden - Der vor der Übernahme des britischen Konkurrenten BOC stehende Industriegasekonzern Linde ist mit Schwung ins neue Geschäftsjahr gestartet. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (EBIT) um 36,4 Prozent auf 225 Millionen Euro und der Jahresüberschuss nach Fremdanteilen um 50,6 Prozent auf 134 Millionen Euro, wie das DAX-Unternehmen am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Gutes Konjunkturumfeld

Vorstandschef Wolfgang Reitzle begründete dies mit dem guten Konjunkturumfeld, das alle Geschäftssparten genutzt hätten. 2006 werde Linde die Umsatz- und Ergebniswerte des Vorjahrs übertreffen.

Das Umsatzplus war doppelt so stark wie beim französischen Konkurrenten Air Liquide, der im ersten Quartal 2,78 Milliarden Euro (plus 7,1 Prozent) erzielte. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs um 1,7 Prozent auf 42 400, von denen zwei Drittel im Ausland beschäftigt sind. Dort erwirtschaftete Linde im ersten Quartal auch vier Fünftel seines Umsatzes. Während das Auslandsgeschäft um 14,8 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro zulegte, verzeichnete das Inland ein Plus von 10,9 Prozent auf 477 Millionen Euro.

Die Gasesparte steuerte mit 1,2 Milliarden Euro (plus 16,1 Prozent) die Hälfte zum Umsatz und mit 192 Millionen Euro (plus 20 Prozent) fast vier Fünftel zum EBIT bei. Hauptwachstumsimpulse kamen aus Asien, Amerika und Osteuropa.

Osteuropa-Geschäft blüht

Die möglicherweise vor dem Verkauf stehende Gabelstaplersparte verbesserte ihr EBIT um 80,8 Prozent auf 47 Millionen Euro und ihren Umsatz um 19,6 Prozent auf 922 Millionen Euro. Linde begründete dies mit der lebhaften Nachfrage vor allem in Osteuropa sowie mit dem im Juli vereinbarten Kostensenkungsprogramm, zu dem auch Lohnkürzungen gehören. Analysten erwarten, dass Linde das Gabelstapler-Geschäft verkauft, um einen Teil der BOC-Aktien zu finanzieren. Die knapp zwölf Milliarden Euro teure Übernahme soll Linde zum Weltmarktführer bei Industriegasen machen. Reitzle hatte schon im März angekündigt, dass Linde dann ein reines Gase-Unternehmen werden wolle. (APA/dpa)